Ehemaliger Betriebsleiter des Forschungsreaktors TRIGA hat mit außergewöhnlichem Engagement wesentlich zum internationalen Ansehen der Mainzer Kernchemie beigetragen  

Verleihung der Ehrenmedaille der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an    Norb

Verleihung der Ehrenmedaille der Johannes Gutenberg-Universität Mainz an Norbert Trautmann (l.) durch JGU-Präsident Georg Krausch

Ehemaliger Betriebsleiter des Forschungsreaktors TRIGA hat mit außergewöhnlichem Engagement wesentlich zum internationalen Ansehen der Mainzer Kernchemie beigetragen

Norbert Trautmann, Betriebsleiter des Forschungsreaktors TRIGA Mainz von 1991 bis 2005, erhält die Ehrenmedaille der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). "Norbert Trautmann ist ein weltweit anerkannter und geschätzter Wissenschaftler, der mit außergewöhnlichem Engagement während seines gesamten Berufslebens wesentlich zum internationalen Ansehen der Mainzer Kernchemie beigetragen hat. Dass unser Institut für Kernchemie mit seinem Forschungsreaktor TRIGA eine führende Einrichtung auf dem Gebiet der Kernund Radiochemie in Deutschland ist, ist nicht zuletzt auch Professor Trautmanns Verdienst. Darüber hinaus hat er maßgeblich an der Wissensvermittlung im Dialog mit der Bevölkerung in Mainz und der Region mitgewirkt. Dafür gilt ihm der Dank unserer Universität, dem wir mit Verleihung der Ehrenmedaille Nachdruck verleihen möchten", so JGU-Präsident Georg Krausch. Mit der Ehrenmedaille der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ehrt der Senat verdiente Mitglieder der Hochschule, die sich durch ihr außergewöhnliches Engagement in besonderer Weise für die Belange der Universität eingesetzt und dazu beigetragen haben, das Ansehen der Universität in der Öffentlichkeit zu stärken.

Norbert Trautmann, geboren 1939, forschte 40 Jahre lang auf den Gebieten schneller chemischer Trennverfahren, der Chemie der schwersten Elemente, der Lasermassenspektrometrie, der Migration und Komplexierung der Actiniden sowie der Präparation exotischer Targets für Schwerionenreaktionen. Seine Beiträge zur Entwicklung und Anwendung von schnellen, automatisierten chemischen Trennungen in den 1970er-, 1980erund 1990er-Jahren waren die Voraussetzung für viele international erfolgreiche Forschungen zur Synthese und Identifizierung neuer Transactinidenelemente. Ab den 1990er-Jahren beschäftigte sich Trautmann in enger Zusammenarbeit mit Physikern der JGU erfolgreich mit der Entwicklung und Anwendung moderner laserspektroskopischer Techniken in der Grundlagenforschung und Ultraspurenanalytik. "Auf der chemischen Seite war Trautmann durch sein profundes Wissen und außerordentliches Engagement ganz entscheidend für den internationalen Erfolg dieser Arbeiten", so der Präsident.

Für seine Forschungsarbeiten wurde Trautmann mehrfach ausgezeichnet. 1984 erhielt er den Fritz-Strassmann-Preis der Fachgruppe Nuklearchemie in der Gesellschaft Deutscher Chemiker, 1990 den Helmholtz-Preis im Bereich Physikalische Messtechnik in Medizin und Umweltschutz, 1998 den Otto-Hahn-Preis der Stadt Frankfurt am Main und 2007 den Glenn T. Seaborg Award for Nuclear Chemistry der American Chemical Society. Im Jahre 2010 wurde er mit dem Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. Trautmann ist Autor und Co-Autor von über 300 wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Während seiner Dienstzeit und auch darüber hinaus war die Öffentlichkeitsarbeit für den Mainzer Forschungsreaktor und das Institut für Kernchemie immer ein besonderes Anliegen Trautmanns. Zudem beteiligte er sich im Jahr 2015 mit großem Engagement an der Organisation der Jubiläumsveranstaltung "50 Jahre Forschungsreaktor TRIGA Mainz".

Auch nach seiner Pensionierung war Trautmann als Baubeauftragter des Instituts für Kernchemie mit großem Einsatz tätig. Für das Institut koordinierte Trautmann unter anderem die gesamten Baumaßnahmen zum Erweiterungsbau Kernchemie, der 2008 eingeweiht wurde, und zum Zyklotrongebäude, das 2016 in Betrieb ging.