Dramatische Lesung: Tagebuch eines Wahnsinnigen

Öffentliche Veranstaltung am 28. Mai um 18.15 Uhr im Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin

Bei einer öffentlichen Lesung am 28. Mai im Konfuzius-Institut an der Freien Universität Berlin wird die dramatisierte Fassung der Novelle ,,Tagebuch eines Wahnsinnigen" (1918) des chinesischen Schriftstellers Lu Xun (1881-1936) vorgetragen. Die Novelle, die als eine der bekanntesten Erzählungen der modernen chinesischen Literatur gilt, handelt von einem Mann, der glaubt, die ihn umgebende Kultur sei durch Kannibalismus geprägt und seine Familie lauere darauf, ihn zu fressen. Reinhard Hauser, ehemaliger Schauspieler des Burgtheaters Wien und Intendant des Landestheaters St. Pölten, rezitiert. Der Cellist Taner Türker gestaltet mit Eigenkompositionen die musik-dramaturgische Begleitung. Richard Trappl, Sinologe der Universität Wien, führt in den Abend ein. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Lesung beginnt um 18.15 Uhr.

Lu Xun gilt als einer der bedeutendsten chinesischen Schriftsteller der Neuzeit. Er wurde im Jahr 1881 als ältester Sohn einer verarmten Familie von Großgrundbesitzern in der ostchinesischen Stadt Shaoxing geboren. Die sozialkritische Erzählung ,,Tagebuch eines Wahnsinnigen" wurde zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, als die letzte chinesische Kaiserdynastie gestürzt war, die chinesische Gesellschaft sich jedoch noch nach Prinzipien der Feudalethik strukturierte. Die Novelle gilt als repräsentativ für das Schaffen Lu Xuns, der in seinen Werken oft Missstände der chinesischen Gesellschaft im frühen 20.Jahrhundert kritisiert.


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