DOSB-Ethikpreis für Professor Gunter Gebauer

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am Freitag, dem 7. Dezember 2018, dem Philosophen und Sportwissenschaftler Gunter Gebauer von der Freien Universität Berlin den DOSB-Ethikpreis verliehen. Durch seine fundierte und kritische Auseinandersetzung mit den vielfältigen Entwicklungen des Sports habe Gunter Gebauer wichtige Denkanstöße gegeben, insbesondere im Hinblick auf ethisch-moralisches Denken und Handeln im Sport, hieß es in der Begründung der Jury.

"Professor Gebauer ist ein unermüdlicher Kämpfer für einen dopingund manipulationsfreien Sport auf allen Leistungsebenen in Deutschland und international, der immer die kritische Distanz gewahrt hat", sagte Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung sowie Vorsitzende des Kuratoriums des DOSB-Ethikpreises. "Es zeichnet ihn aus, dass er Entwicklungen und Zustände im Sport außerordentlich kenntnisreich analysiert und bewertet und uns Wege weist, die Werte des Sports, auch die des Leistungssports, im Blick zu behalten und zu bewahren."

In seiner Laudatio sagte Rechtswissenschaftler Wolfgang Schild von der Universität Bielefeld: "Professor Gebauer ist einer der profiliertesten, scharfsinnigsten, in heftigem Medieneinsatz geschulter, schlagfertiger, humorvoller und gebildeter Philosoph, dessen grundlegende Arbeiten zum Sport, vor allem dem Hochleistungssport, hoch angesehen sind und viel diskutiert werden. Also kurz: Einen besseren Sportphilosophen hätte die Jury nicht finden können!"

Nach dem Studium der Philosophie, Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft, Linguistik und Sportwissenschaft wurde Gunter Gebauer 1969 an der Technischen Universität Berlin im Fach Philosophie mit einer Arbeit über die Sprachtheorie Ludwig Wittgensteins promoviert. 1975 habilitierte er sich mit einer Arbeit über eine Analytische Theorie des Verstehens. Im Jahr 1978 folgte er einem Ruf auf eine Professur für Philosophie und Soziologie des Sports an die Freie Universität Berlin. Gunter Gebauer war von 1991 bis 1993 Präsident der internationalen Philosophical Society for the Study of Sports. Im Jahr 1993 wurde er Sprecher des Interdisziplinären Zentrums für Historische Anthropologie. 1995 übernahm er den Lehrstuhl für Allgemeine Philosophie an der Deutschen Sporthochschule in Köln; noch im gleichen Jahr kehrte er als Professor für Philosophie an die Freie Universität Berlin zurück. Gunter Gebauer übte Gastprofessuren in Paris, Straßburg und Hiroshima aus.

Der DOSB-Ethikpreis

Der DOSB verleiht seit 2010 alle zwei Jahre den DOSB-Ethikpreis. Damit werden Persönlichkeiten oder Gruppen geehrt, die sich in besonderer Weise um die Förderung der ethischen Werte im Sport verdient gemacht haben - insbesondere im Bereich der Werteerziehung, des sozialen und ökologischen Engagements oder im Sinne von Fairness und moralischer Integrität.

Textquelle: DOSB


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