Dorothee Dormann erhält Alzheimer-Forschungspreis 2021 der Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Dorothee Dormann

Dorothee Dormann

Würdigung für Forschung auf dem Gebiet der molekularen Neurodegeneration

Die Alzheimer-Krankheit zeichnet sich durch Gedächtnisverlust und kognitiven Verfall aus und stellt eine enorme Belastung für Patientinnen und Patienten sowie Angehörige dar. Sie ist nach wie vor unheilbar und die betroffenen Patienten sterben innerhalb weniger Jahre nach Krankheitsbeginn, da verfügbare Therapien lediglich die Symptome behandeln, die Erkrankung aber nicht verlangsamen oder aufhalten können. Ein Verständnis der molekularen Mechanismen, die der Alzheimer-Krankheit zugrunde liegen, ist eine wichtige Voraussetzung für die Entwicklung neuer Ansätze zur Prävention, Diagnose und Behandlung der Erkrankung.

Ein seit Langem bekanntes pathologisches Kennzeichen der Alzheimer-Krankheit sind neurofibrilläre Bündel, die das Protein Tau enthalten. Tau-Aggregate bilden sich zuerst in einigen wenigen Nervenzellen, von wo aus sie sich in andere Gehirnregionen ausbreiten, was letztlich zur neuronalen Funktionsstörung und Krankheit führt. Ein weiteres Protein, das sich bei bis zu 50 Prozent der Alzheimer-Patienten ablagert und dadurch dysfunktional wird, ist TDP-43. Dieses Protein spielt bekanntermaßen eine wichtige pathologische Rolle bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen, wie etwa der Frontotemporalen Demenz und Amyotrophen Lateralsklerose. Alzheimer-Patienten mit Tauund TDP-43-Aggregaten zeigen eine schwerwiegendere Gehirnschrumpfung und einen stärkeren kognitiven Verfall als Patienten mit nur Tau-Ablagerungen, was auf einen wichtigen Beitrag von TDP-43 zur Neurodegeneration bei der Alzheimer-Krankheit hindeutet.

Dorothee Dormann und ihr Team untersuchen, wie TDP-43-Aggregate in der Alzheimer-Krankheit entstehen und ob sich TDP-43- und Tau-Aggregation gegenseitig beeinflussen. "Diese Forschung wird dabei helfen, die molekularen Grundlagen der TDP-43- und Tau-Dysfunktion bei der Alzheimer-Krankheit zu verstehen und neue mechanistische Einblicke in die Alzheimer-Krankheit und verwandte Demenzerkrankungen zu gewinnen", so Christian Haass, Kuratoriumsmitglied der Hans und Ilse Breuer-Stiftung.

Dorothee Dormann studierte Biochemie an der Universität Tübingen mit Auslandsaufenthalten an der University of North Carolina. Danach ging sie an die Rockefeller University, an der sie 2007 promoviert wurde, und war anschließend Post-Doktorandin am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians-Universität München. Von 2014 bis März 2021 war sie Gruppenleiterin einer Emmy Noether-Forschungsgruppe am Biomedizinischen Centrum (BMC) der LMU München. Für ihre Forschung wurde Dormann unter anderem mit dem Heinz-Maier-Leibnitz-Preis 2014 sowie dem Paul Ehrlichund Ludwig Darmstädter-Nachwuchspreis 2019 geehrt.

über die Hans und Ilse Breuer-Stiftung

Die vom Land Hessen als "Stiftung des Jahres 2016" ausgezeichnete Hans und Ilse Breuer-Stiftung hat es sich seit ihrer Gründung im Jahr 2000 zur Aufgabe gemacht, die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Angehörigen zu verbessern. Die gemeinnützige Einrichtung mit Sitz in Frankfurt am Main engagiert sich einerseits mit dem eigenen Demenzzentrum "StattHaus Offenbach" in der Betroffenenhilfe und fördert andererseits die wissenschaftliche Grundlagenforschung zu Demenz. Seit 2006 verleiht die Stiftung den mit 100.000 Euro dotierten Alzheimer-Forschungspreis, mit dem bislang 21 Preisträger gewürdigt wurden. Ebenfalls seit 2006 hat die Stiftung bereits 32 Stipendien an den wissenschaftlichen Nachwuchs vergeben. Die Verleihung der Preise erfolgt traditionell im Rahmen einer wissenschaftlichen Fachveranstaltung wie beispielsweise dem Eibsee-Meeting, einem renommierten Alzheimer-Kongress, der rund um das Kuratoriumsmitglied der Stiftung, Dr. h.c. Christian Haass von der Ludwig-Maximilians-Universität München, Experten aus der ganzen Welt zusammenbringt, und der von der Hans und Ilse Breuer-Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und dem Excellenzcluster SyNergy ausgerichtet und finanziert wird. Ebenso förderte die Stiftung 2020 den 20. Kongress des Deutschen Netzwerks Versorgungsforschung.


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