Die Vorteile der digitalen Lehre in der Chemie vertiefen

Am Projektende sollen Reaktionen dann automatisiert in einem Syntheseroboter dur

Am Projektende sollen Reaktionen dann automatisiert in einem Syntheseroboter durchgeführt werden. Foto: Jan-Peter Kasper (Universität Jena)

Digitalisierung des Chemiestudiums an der Universität Jena wird mit neuer Projektförderung weiterentwickelt

Das Wintersemester 2021/22 wird an der Friedrich-Schiller-Universität Jena wieder verstärkt in Präsenz stattfinden. Auf die Vorteile zusätzlicher hybrider Lehrformate will man dennoch nicht verzichten und sie sogar weiterentwickeln. Der Fonds der Chemi­schen Industrie stellt dafür nun 25.000 Euro zur Verfügung, um die digitale Lehre im Che­miestudium weiterzuentwickeln und das Jenaer Studienangebot damit noch attraktiver zu machen. Konkret gefördert wird ab Oktober für ein Jahr das Projekt ,,Automatische Synthese und Online-Überwachung von Reaktionen im chemischen Praktikum mittels Cloud-Anwen­dungen" der Chemiker Ulrich S. Schubert und Timm Wilke.

Digitalisierung passend einsetzen

,,Ich freue mich sehr darauf, den Studierenden und Promovierenden bald wieder im Hörsaal und Labor live zu begegnen", sagt Ulrich S. Schubert von der Universität Jena. Doch der Chemiker und Materialforscher weiß auch die Vorteile digitaler Lehre zu schätzen: ,,Auf­gezeichnete Veranstaltungen ermöglichen es, Inhalte auch mal zu wiederholen, wenn man sie beim ersten Mal nicht direkt verstanden hat. Und dies in familienfreundlicher oder berufs­begleitender Art zu jeder beliebigen Tagesoder Nachtzeit." Außerdem, ergänzt der Jenaer Chemiedidaktiker Timm Wilke, ,,kann der Einsatz digitaler Elemente das Lernen er­leichtern oder vertiefen. Wichtig ist dabei, dass die Digitalisierung passend eingesetzt wird". Daher haben die beiden Jenaer Chemiker ein Projekt entwickelt, das nun dank der Förderung und mit universitären Mitteln sowie einem Partner aus der Industrie umgesetzt werden kann.

Das neue Projekt ,,Automatische Synthese und Online-Überwachung von Reaktionen im che­mischen Praktikum mittels Cloud-Anwendungen" wird die bisher angebotenen Synthese­prak­tika um moderne, roboterbasierte Synthesemöglichkeiten erweitern. Konkret sollen Reak­­tionen automatisiert in einem Syntheseroboter durchgeführt und mit dem Messsystem LabPi online Überwacht werden. Die so gewonnenen Daten sollen drahtlos in eine zugehörige Cloud Übertragen werden, deren Software eine Zusammenführung und Visualisierung der Mess­werte sowie eine automati­sierte Auswertung ermöglicht. Der Praktikumsassistent kann da­durch das Experiment mittels Tablet live Überwachen, wodurch eine deutlich bessere Rück­kopplung an die Studierenden möglich wird. Diese wiederum können die Daten aus der Cloud ebenfalls nutzen und ihr digitales Protokoll direkt in das System hochladen.

Langfristig wird eine Übertragung der Projektergebnisse auf weitere Versuche und Praktika angestrebt, um weitere Reaktionen und Experimente voll automatisiert durchzuführen und online zu Überwachen.

,,So werden die Themenfelder ,Digitalisierung’, ,datengetriebene Wissenschaft’ und ,Automa­tisierung’ direkt in die Ausbildung eingebunden. Studierende können sich bereits in der grund­ständigen Lehre mit diesen Methoden vertraut machen und praktische Erfahrung sammeln", erläutert Chemiedidaktiker Wilke. Die neuen digitalen Elemente ,,sollen die Ausbildung der Studierenden verbessern und auch eine bessere Translation zwischen Universität und Indust­rie gewährleisten", ergänzt Schubert. ,,Somit wird der Standort Jena für das Chemiestu­dium nachhaltig attraktiver."

Immatrikulation noch bis 30. September möglich

Wer sich für ein Chemiestudium (Bachelor, Master, Lehramt) interessiert und sich kurzfristig dafür einschreiben will, hat an der Friedrich-Schiller-Universität Jena noch bis zum 30. Sep­tember die Möglichkeit, um im Wintersemester 2021/22 zu starten. Weitere Informa­tionen sind hier zu finden: https://www.uni-jena.de/Bewerbung.


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