Deutsche Forschungsgemeinschaft ehrt Historiker der Freien Universität Berlin als hervorragenden Nachwuchsforscher

Dr. Timothy Nunan erhält einen der diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preise der DFG und des BMBF / Verleihung am 5. Mai in Berlin

Der Geschichtswissenschaftler Dr. Timothy Nunan vom Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin hat einen der diesjährigen Heinz Maier-Leibnitz-Preise erhalten, die wichtigste Auszeichnung für den wissenschaftlichen Nachwuchs in Deutschland. Der Globalhistoriker erforscht die verflochtene Geschichte Europas, Russlands und der Sowjetunion sowie deren vielschichtige Verknüpfungen mit der historischen Entwicklung Zentralasiens. Im seinem Fokus stehen die folgenreichen geschichtlichen Ereignisse und Wendungen im Iran und in Afghanistan während des Kalten Krieges. Mit den Heinz Maier-Leibnitz-Preisen ehren die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) jedes Jahr zehn herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland, die am Anfang ihrer akademischen Karriere stehen. Die Auszeichnung ist mit einer Summe in Höhe von 20.000 Euro dotiert.

Der Globalhistoriker Dr. Timothy Nunan forscht und lehrt seit 2016 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Sein Studium absolvierte er an den Universitäten in Princeton und Oxford. Forschungsaufenthalte führten ihn an die Harvard University, die Humboldt-Universität zu Berlin, die Georg-August Universität Göttingen und nun - vielfach mit renommierten Forschungspreisen und Stipendien ausgezeichnet - an die Freie Universität Berlin. Der Historiker wirft in seinen Forschungsarbeiten einen multiperspektivischen Blick auf die geschichtlichen Verbindungen zwischen vielen unterschiedlichen Ländern und Erdteilen. So beherrscht er auch eine Vielzahl an Sprachen, unter anderem Russisch, Spanisch, Persisch, Arabisch und Usbekisch.

Die Verleihung des Heinz Maier-Leibnitz-Preises an Timothy Nunan begründet die Jury mit der beeindruckenden wissenschaftlichen Breite seiner Forschung. Ihm gelinge es, höchst komplexe Themen der ostund gesamteuropäischen Geschichte zu verdichten und sie mit der Forschungsregion Zentralasien zu verknüpfen. Er leiste Pionierarbeit, indem er die Geschichte des Kalten Krieges - vor allem die Rolle der Sowjetunion - zusammen mit der der islamischen Revolution denke. Mit seiner Forschung habe Timothy Nunan auf diese Weise Bemerkenswertes zur globalen Geschichtsschreibung beigetragen und Themenfelder verbunden, deren Zusammenhänge bislang nicht gesehen wurden.

Seit 1977 wird der Heinz Maier-Leibnitz-Preis jährlich an herausragende Forscherinnen und Forscher verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden und noch keine unbefristete Professur innehaben. Der Preis dient als Anerkennung bisheriger Leistungen und zugleich als Ansporn für künftige Forschungsarbeiten. Benannt ist er seit 1980 nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz, in dessen Amtszeit (1973-1979) er erstmals vergeben wurde. Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis gilt als der bedeutendste Preis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland.

Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 126 Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Die Auswahl traf der zuständige Ausschuss unter dem Vorsitz der DFG-Vizepräsidentin und Mathematikerin Marlis Hochbruck.


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