Deutsch-Japanisches Symposium



Peter Winandy

Höhepunkt der neunjährigen Zusammenarbeit in der Katalyseforschung zwischen der RWTH Aachen und der Universität Osaka.

Im Rahmen des Internationalen Graduiertenkollegs „Selektivität in der Chemound Biokatalyse (SeleCa)" trafen sich im SuperC mehr als 100 Wissenschaftler zum gemeinsamen Symposium der RWTH Aachen und der Universität Osaka, um sich über fundamentale Aspekte der Katalyse sowohl aus chemischer als auch biologischer Sicht auszutauschen. Das Treffen bildete den abschließenden Höhepunkt der neunjährigen Zusammenarbeit zwischen den Forschern beider Universitäten.

Durch sich global verändernde Randbedingungen und die bevorstehende Umstellung der Rohstoffbasis sind grundlegend verbesserte Katalysatoren für selektive Umwandlungen erforderlich, um die nachhaltige Produktion chemischer Zwischenstufen und Produkte sicherzustellen. Ziel des Internationalen Graduiertenkollegs „SeleCa" ist die Entwicklung effizienter und selektiver homogenkatalytischer Prozesse. Insgesamt neunzehn Forschungsgruppen beider Hochschulen sowie zwei assoziierte Gruppen des Forschungszentrums Jülich beschäftigten sich im Rahmen der deutsch-japanischen Kooperation mit Fragen zur nachhaltigen Stoffumwandlung aus Chemie, Biologie und Biotechnologie.

Im Rahmen des Symposiums begrüßte Rektor Ulrich Rüdiger die Gäste und wies auf die Bedeutung des Programms für die Internationalisierung der RWTH hin. Der japanische Generalkonsul in Düsseldorf, Masato Iso, sowie Professor Katsuyoshi Kondoh von der Universität Osaka betonten anschließend die Bedeutung dieser transnationalen Forschungskooperation für die langfristige Zusammenarbeit und den interkulturellen Austausch beider Länder. Weiterhin stellten sie heraus, dass Herausforderungen, wie die nachhaltige Herstellung von Chemikalien, sich vor dem Hintergrund einer Umstellung fossiler auf erneuerbare Rohstoffe in der heutigen Zeit nicht mehr im nationalen Alleingang lösen ließen.

Unter den Gastrednern befanden sich der Chemie-Nobelpreisträger und Ehrendoktor der RWTH Aachen, Professor Richard R. Schrock vom Massachusetts Institute of Technology (MIT), sowie Professor Manfred T. Reetz vom Max Planck Institut (MPI) für Kohlenforschung, die das Graduiertenkolleg über die Jahre hinweg wissenschaftlich begleitet haben. Während Schrock über effiziente Synthesen hoch funktionalisierter Moleküle mithilfe der von ihm mitentwickelten Olefin-Metathese berichtete, referierte Reetz über den Fortschritt bei der gelenkten Evolution von Enzymen für selektive Transformationen.

Dieses Arbeitsgebiet stellt auch im Graduiertenkolleg einen thematischen Schwerpunkt mit Arbeiten zu Biohybridkatalysatoren dar und rückte mit der Verleihung des Chemie-Nobelpreises 2018 an Frances H. Arnold in den Blickpunkt aktuellen Interesses. Die Forschungsergebnisse des Graduiertenkollegs auf dem Gebiet der molekularen Katalyse, der Enzymund Biotechnologie stellten die Wissenschaftler in bisher insgesamt mehr als 40 Dissertationen und über 200 Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften dar.

Die Koordinatoren, Professor Okuda und Professor Mashima, stellten den Austausch heraus, der trotz mehrfacher Naturkatastrophen in Japan nicht beeinträchtigt wurde. Nach Ablauf des Förderprogramms im März 2019 werden einige in diesem Kooperationsprojekt angestoßenen Forschungsvorhaben fortgeführt.