Der Wert von Hunden und Katzen in Deutschland

Die Deutschen messen ihren Haustieren einen hohen Wert zu.    Foto: Renate Ohr
Die Deutschen messen ihren Haustieren einen hohen Wert zu. Foto: Renate Ohr
Göttinger Professorin untersucht die wirtschaftliche und soziale Bedeutung von Heimtieren

(pug) Schätzungsweise haben 23 Prozent aller deutschen Haushalte eine Katze, 19 Prozent einen Hund, 6 Prozent andere Kleintiere sowie 10 Prozent Ziervögel, Zierfische und Reptilien. Welche Wertschätzung die Besitzer diesen Tieren entgegenbringen, lässt sich anhand der Ausgaben für ihr Hobby bemessen. Nach einer Studie von Renate Ohr von der Universität Göttingen bewirkte 2018 die Heimtierhaltung in Deutschland eine gesamtwirtschaftliche Nachfrage und Wertschöpfung in Höhe von etwa 10,7 Milliarden Euro. Dies entspricht knapp 0,32 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und ist verantwortlich für circa 210.000 (Vollzeit-)Arbeitsplätze. Dabei sind der Hundehaltung etwa 52 Prozent zuzurechnen und der Katzenhaltung etwa 36,5 Prozent.

‘Stark wachsende Umsätze finden sich vor allem bei der Tiermedizin, inklusive Tierkrankenversicherungen, aber etwa auch bei der Tierbestattung’, sagt Ohr. ‘Hinzu kommen ökonomische und soziale Erträge, indem insbesondere Hunde und Katzen zwischenmenschliche soziale Kontakte fördern und zur physischen und psychischen Gesundheit ihrer Besitzer beitragen. Heimtierhaltung lohnt also: emotional, gesundheitlich, sozial und auch ökonomisch - in Form von Beiträgen zum Sozialprodukt und zu den Arbeitsplätzen’, so Ohr.

Die Untersuchung ‘Heimtierstudie 2019: Ökonomische und soziale Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland’ baut auf der Studie ‘Wirtschaftsfaktor Heimtierhaltung’ aus dem Jahr 2014 auf. Neben der Aktualisierung der wesentlichen wirtschaftlichen Effekte liegen die Schwerpunkte in den Bereichen Tiergesundheit, Tierversicherungen, Dienstleistungen für Heimtiere und soziale Effekte der Heimtierhaltung auf Gesundheit und Zufriedenheit der Tierhalter. Eingebunden ist dabei eine eigene Online-Tierhalterbefragung, an der 5.290 Besitzerinnen und Besitzer von Hunden und Katzen teilgenommen haben. Die Studie wurde von der AGILA Haustierversicherung unterstützt.

Die Studie ist ab 14. September im Internet unter www.uni-goettingen.de/de/­aktuelles/­65380.html zu finden.