Der Schriftsteller Marcel Beyer wird neuer Thomas-Kling-Poetikdozent an der Universität Bonn

Poetik-Dozent 
                 Marcel Beyer. (c) Foto: Jürgen Bauer/Suhrkamp-Ve

Poetik-Dozent Marcel Beyer. (c) Foto: Jürgen Bauer/Suhrkamp-Verlag



Im Wintersemester 2019/2020 übernimmt der Autor Marcel Beyer, 1965 auf der Schwäbischen Alb geboren und heute in Dresden ansässig, die Thomas-Kling-Poetikdozentur an der Universität Bonn. Die feierliche Antrittsvorlesung des neuen Thomas-Kling-Poetikdozenten Marcel Beyer ,,Schrift und Schnitzer" findet am Montag, 6. Mai 2019, um 19 Uhr, im Festsaal der Universität Bonn, Am Hof 1, 53113 Bonn, statt.


Marcel Beyer ist einer der bedeutendsten und vielseitigsten Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: 2016 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, vor kurzem erhielt er den Lessing-Preis des Freistaats Sachsen. Daneben steht eine Reihe weiterer wichtiger Preise und Auszeichnungen. Sie alle würdigen ein ¼uvre, das verstörende Ansichten unserer Geschichte und Gegenwart bietet und zugleich mit seiner sprachlichen Intensität betört.

Geprägt nicht nur von Thomas Klings Sprache reflektierenden Verfahren, exponieren Beyers Texte ihr eigenes Medium und setzen sich mit Musik und bildender Kunst oft kooperativ auseinander. Sie erforschen aktuelle, historische und neuerdings verstärkt politische Phänomene ebenso wie die kulturpoetischen Parameter naturwissenschaftlichen Arbeitens. Beyers Schreiben ist genreübergreifend angelegt: Erzählprosa, Lyrik, Libretto und Essay haben darin gleichen Rang. Und es wird von ungewöhnlich offenen poetologischen Selbstauskünften begleitet.

Die Laudatio im Rahmen der Antrittsvorlesung hält die Literaturwissenschaftlerin Kerstin Stüssel, Grußworte sprechen Prorektor Stephan Conermann, Volker Kronenberg, Dekan der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, und Ursula Sinnreich, Generalsekretärin der Kunststiftung NRW.

Thomas-Kling-Poetikdozentur

Die 2011 von der Kunststiftung NRW geschaffene Poetikdozentur wird zum neunten Mal besetzt. Sie ist nach dem 2005 verstorbenen Lyriker und Essayisten Thomas Kling (*1957) benannt, der zehn Jahre auf der Raketenstation der Stiftung Insel Hombroich lebte und dessen Sprachkunst neue Maßstäbe setzte.

,,Die Poetikdozentur der Kunststiftung NRW ehrt den Dichter Thomas Kling, einen seine Generation prägenden Sprachkünstler, der im Rheinland lebte und viel zu früh verstarb", so Dr. Fritz Behrens, Präsident der Kunststiftung NRW. ,,Unsere Förderung zielt auf die Schnittstelle zwischen Literatur und Wissenschaft. Wir möchten angehenden Literaturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern eine Möglichkeit anbieten, konkrete dichterische Praxis und ästhetische Theorie miteinander in Verbindung zu bringen. Das Konzept der Thomas-Kling-Poetikdozentur zeigt lebendige Wirkung und findet großen Anklang bei den Studierenden."

Im Rahmen der Dozentur stattet die Kunststiftung NRW namhafte Autorinnen und Autoren oder Übersetzerinnen und Übersetzer mit einem Stipendium aus, das ihnen eigene Lehrveranstaltungen ermöglicht - und den Studierenden damit einen neuen Blick auf ihren Forschungsgegenstand. Die Auswahl treffen Vertreterinnen und Vertreter der Stiftung und der Universität Bonn. Das Literaturhaus Bonn veranstaltet ein Begleitprogramm zur Dozentur.

Kunststiftung NRW

1989 von der Landesregierung unter Ministerpräsident Johannes Rau als Stiftung für Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen errichtet, unterstützt die Kunststiftung NRW herausragende künstlerische Positionen und Projekte. Insbesondere wird ihr Stiftungszweck durch die Förderung von Ausstellungen, Konzerten, Tanzprojekten, Theaterinszenierungen, Lesungen und Werkaufträgen verwirklicht. Darüber hinaus gehört - neben anderen Schwerpunkten - die Förderung besonders begabter junger Künstlerinnen und Künstler zu den zentralen Aufgaben der Stiftung. Die Mittel der Kunststiftung NRW speisen sich aus Lottogeldern des staatlichen Anbieters WestLotto.