Der Atomkonflikt in Deutschland - bis in alle Ewigkeit?

Öffentliche Veranstaltungsreihe der Freien Universität im Sommersemester 2019 / Beginn am 10. April 2019

Der jahrzehntelange Atomkonflikt in Deutschland ist Thema einer öffentlichen Vortragsreihe im Sommersemester 2019 an der Freien Universität Berlin. Jeden Mittwoch von 17.00 bis 19.00 Uhr diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Technik, Politik und Gesellschaft in 13 moderierten Podiumsgesprächen über das atomare Zeitalter, dessen Ende in Deutschland und den Umgang mit den nuklearen Hinterlassenschaften. Den Auftakt bildet eine Debatte am 10. April mit dem Titel ,,Atommüll - Keiner will ihn haben, aber irgendwo muss er hin". Erwartet wird dazu unter anderem Klaus Töpfer, ehemaliger Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen und früherer Bundesumweltminister; er ist zurzeit einer der Vorsitzenden des Nationalen Begleitgremiums für die die Suche nach einem Endlager in Deutschland für hochradioaktive Abfallstoffe. Die Veranstaltungen im Rahmen des Programms ,,Offener Hörsaal" sind öffentlich, der Eintritt ist frei. Sie finden im Raum KL 25/134 des Universitätsgebäudes in der Habelschwerdter Allee 45 und im Seminarzentrum, Otto-von-Simson-Straße 26, statt. Die Reihe wurde von den Politikwissenschaftlern PD Dr. Achim Brunnengräber und M. A. Daniel Häfner konzipiert.

Über Jahrzehnte hinweg war die Nutzung der Atomenergie in der Bundesrepublik Deutschland höchst umstritten. Eine zentrale Rolle in diesem Konflikt spielte stets die Frage nach dem Umgang mit hochradioaktiven Abfällen - die erbitterten Proteste um den Transport von Castor-Behältern zur Lagerstätte in Gorleben zeigten beispielhaft die große Polarisierung. Der Beschluss des sogenannten Atomausstiegs, der für das Jahr 2022 festgeschrieben wurde, hat die Parameter der Debatte verschoben - und viele Fragen aufgeworfen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der öffentlichen Gesprächsrunden diskutieren über den Atomkonflikt der Vergangenheit, über die gegenwärtigen Probleme bei Standortsuche für ein Endlager, über partizipative Verfahren und die Öffentlichkeitsbeteiligung oder über die Finanzierung des Vorhabens. Veranstaltet wird die Diskussionsreihe vom Forschungszentrum für Umweltpolitik (FFU) der Freien Universität Berlin in Kooperation mit dem Netzwerk für Nukleares Gedächtnis (NeNuG) und dem Forschungsprojekt SOTEC-radio, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert wird.

Das Veranstaltungsprogramm ,,Offener Hörsaal" der Freien Universität umfasst zwei weitere Themenschwerpunkte im Sommersemester 2019: FARBEN. Literatur - Kunst - Wissen und Die Welt der Archäologie - Die Archäologie der Welt. Neue Ansätze und Perspektiven . Die Vorträge richten sich nicht nur an Studierende, der Hörsaal steht allen Interessierten offen.

Zeit und Ort der Vorlesungsreihe

  • Mittwochs, 17.00 bis 19.00 Uhr, Beginn 10. April 2019
  • Ort: Freie Universität Berlin, Seminarzentrum, Otto-von-Simson-Straße 26, 14195 Berlin, Raum L113, L115 und L116 sowie Raum KL 25/134, Habelschwerdter Allee 45, 14195 Berlin (U3 Dahlem-Dorf oder Freie Universität Berlin / Thielplatz, Bus 110, M11, X83)

Programm

AUFTAKT

10. April 2019: Atommüll - Keiner will ihn haben, aber irgendwo muss er hin

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Rita Schwarzelühr-Sutter (Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit)
  • Klaus Töpfer (Vorsitzender des Nationalen Begleitgremiums)
  • Lukas Fachtan (Vertreter der jungen Generation im Nationalen Begleitgremium)
  • Dr. Ralf Güldner (Präsident des deutschen Atomforums)
  • Moderation: PD Dr. Achim Brunnengräber (Freie Universität Berlin)

17. April 2019: Nukleare Hinterlassenschaften - Risiken und Unsicherheiten für die Ewigkeit

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Miranda Schreurs (Technische Universität München, Vorsitzende des Nationalen Begleitgremiums)
  • Dr. Anne Eckhardt (risicare Zürich)
  • Ursula Schönberger (Politikwissenschaftlerin, Projektleitung ,,Atommüllreport")
  • Moderation: Ulrich Smeddinck (Institut für Technikfolgenabschätzung am Karlsruher Institut für Technologie, SOTEC-radio)

24. April 2019: Kriterien für Endlagerstandortsuche - was, wann und wie?

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Dieter Schaarschmidt (Gorleben Archiv und Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg)
  • Prof. i. R. Dr. rer. nat. Bruno Thomauske (Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen)
  • Klaus-Jürgen Röhlig (Technische Universität Clausthal)
  • Moderation: Daniel Häfner M. A. (Freie Universität Berlin)

EIN BLICK IN DIE GESCHICHTE

8. Mai 2019: Die industriepolitische Geschichte der nuklearen Utopie

  • Veranstaltungsort: Raum L 115, Seminarzentrum
  • Prof. i. R. Dr. Joachim Radkau (Universität Bielefeld)
  • PD Dr. Lutz Mez (Freie Universität Berlin)
  • Dr. Jan-Henrik Meyer (Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt a. M.)
  • Moderation: Dr. Rosaria Di Nucci (Freie Universität Berlin)

15. Mai 2019: Erfolge und Misserfolge der Anti-Atom-Bewegung

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Prof. i. R. Dr. Dieter Rucht (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)
  • Dr. Felix Kolb (Politikwissenschaftler, Campact)
  • Wolfgang Ehmke (Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg)
  • Moderation: PD Dr. Achim Brunnengräber, Daniel Häfner M. A. (Freie Universität Berlin)

22. Mai 2019: Die Wissenschaft im Atomkonflikt - in der Vergangenheit und Zukunft

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Dr. Armin Grunwald (Institut für Technikfolgenabschätzung am Karlsruher Institut für Technologie, Nationales Begleitgremium)
  • Dr. Axel Liebscher (Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit)
  • Christian von Hirschhausen (Technische Universität Berlin)
  • Moderation: Dr. Bettina Brohmann (Öko-Institut e. V., SOTEC-radio)

29. Mai 2019: Gorleben - ein schweres politisches Erbe für die Standortsuche

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Martin Donat (Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg)
  • Stefan Wenzel (Bündnis 90/Die Grünen Niedersachsen)
  • Michael Sailer (Öko-Institut e. V.)
  • Moderation: Dr. Peter Hocke (Institut für Technikfolgenabschätzung am Karlsruher Institut für Technologie, SOTEC-radio)

5. Juni 2019: Ökonomie der Endlagerung - wer zahlt die Zeche?

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Jürgen Trittin (Mitglied des Deutschen Bundestages, Bündnis 90/Die Grünen)
  • Claudia Kemfert (DIW Berlin - Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung)
  • Moderation: PD Dr. Achim Brunnengräber (Freie Universität Berlin)

12. Juni 2019: Dem Staat vertrauen? Jugendliche in der Standortsuche

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Linda Mederake (BUNDjugend)
  • Lukas Fachtan (Vertreter der jungen Generation im Nationalen Begleitgremium)
  • Dagmar Dehmer (Bundesgesellschaft für Endlagerung)
  • Moderation: Mara Brunnengräber, Daniel Häfner M. A. (Freie Universität Berlin)

DER ZUKUNFT ZUGEWANDT

19. Juni 2019: Atommüll in der Europäischen Union - eine Gemeinschaftsaufgabe?

  • Veranstaltungsort: Raum KL 25/134, Gebäudekomplex Habelschwerdter Allee 45
  • Rebecca Harms (Mitglied des Europäischen Parlaments, Bündnis 90/Die Grünen)
  • Jan Haverkamp (Greenpeace, Nuclear Transparency Watch Europe)
  • Moderation: PD Dr. Achim Brunnengräber, Daniel Häfner M. A. (Freie Universität Berlin)

26. Juni 2019: Der Forschungsreaktor in Wannsee: das Dialogverfahren zum Rückbau

  • Veranstaltungsort: Raum KL 25/134, Gebäudekomplex Habelschwerdter Allee 45
  • Dr. Stephan Welzel, Helmholtz-Zentrum Berlin
  • Vertreterinnen und Vertreter der Dialoggruppe
  • Moderation: Silke Freitag (Mediatorin)

3. Juli 2019: Beteiligungsverfahren im Realexperiment

  • Veranstaltungsort: Raum L113, Seminarzentrum
  • Jochen Stay (.ausgestrahlt e. V.)
  • Roland Schüler (Bundesverband Mediation e. V.)
  • Dr. Monika C. M. Müller (Evangelische Akademie Loccum, Nationales Begleitgremium)
  • Moderation: Ulrike Donat (Rechtsanwältin und Mediatorin)

10. Juli 2019: Ausblick: Von der Zwischenzur Endlagerung - was bringt die Zukunft?

  • Veranstaltungsort: Raum L 116, Seminarzentrum
  • Wolfram König (Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit)
  • Asta von Oppen (Gorleben-Aktivistin der ersten Stunde)
  • Sylvia Kotting-Uhl (Mitglied des Deutschen Bundestages, Bündnis 90/Die Grünen)
  • Moderation: PD Dr. Achim Brunnengräber, Daniel Häfner M. A. (Freie Universität Berlin)

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