Das Jahr 2021 - Etwas kühler als normal, Extremniederschlag im Juli regional unterschiedlich

Das Jahr war insgesamt von sehr wechselhafter und teils deutlich trüber Witterung geprägt; besonders auffällig war das extreme Niederschlagsereignis am 13. und 14. Juli. Zum Jahresabschluss ergeben sich folgende Jahreswerte 2021 für die Klimamessstation Aachen-Hörn des Geographischen Instituts der RWTH.

 

Bei der Lufttemperatur wird für 2021 eine Jahresmitteltemperatur von 10,7 Grad Celsius erreicht, die im Bereich der Mitteltemperatur der neuen Klimanormalperiode 1991 bis 2020 (10,9 Grad Celsius) liegt.

Im Vergleich zum Mittel der bis 2020 relevanten Klimanormalperiode 1961 bis 1990 (9,7 Grad Celsius) und dem Mittel 1901 bis 2000 für die Station Aachen (Wetterstation) des Deutschen Wetterdienstes DWD (9,6 Grad Celsius) ist dieser Wert immer noch hoch; ein solcher Wert wurde zuletzt 2013 unterschritten (9,9 Grad Celsius).

Die höchste Temperatur wurde mit 33,0 Grad Celsius am 17. Juni gemessen, die niedrigste am 10. Februar mit -10,6 Grad Celsius. In der Normalperiode 1991 bis 2020 wurde ein solcher Höchstwert in 22 der 30 Jahre Überschritten, seit 2008 kam ein so niedriger Wert nicht mehr vor. Ein Tiefstwert wie der des aktuellen Jahres wurde im Durchschnitt in jedem fünften Jahr unterschritten.

Insgesamt wurden trotz des kühlen Witterungsverlaufs noch drei heiße Tage (mit einem Temperaturmaximum größer oder gleich 30 Grad Celsius) registriert, was fast dem Durchschnitt der Periode 1961 bis 1990 entspricht (3,5 Tage), allerdings deutlich unter dem Wert für 1991 bis 2020 liegt (7,6 Tage). Es gab fünf Eistage (Höchsttemperatur unter 0 Grad Celsius), das sind sieben weniger als im Mittel der Periode 1961 bis 1990 (aber drei mehr als im Mittel von 1991 bis 2020).

Auch vor dem deutlichen Witterungsumschwung in der zweiten Junihälfte waren schon zwei Monate kälter als der Durchschnitt 1961 bis 1990 (April und Mai) und danach kamen noch August und November hinzu. Der Juni war allerdings mit dem Monatsmittel von 20,0 Grad Celsius insgesamt sehr deutlich wärmer als das Mittel zwischen 1961 und 1990 (+4,4 Kelvin) und die Wintermonate hatten alle sehr viel höhere Tiefsttemperaturen als die Tiefstwerte in dieser Periode (z.B. der Januar: -1,9 Grad Celsius = +15,5 Kelvin).

Als extremes Ereignis war der Starkregen am 13. und 14. Juli 2021 zu vermelden. An den beiden Tagen wurden an der Station Aachen-Orsbach des DWD die extremen Werte von 55 Millimetern bzw. 98 Millimetern, also insgesamt 153 Millimeter Niederschlag gemessen. Aufgrund der besonderen Struktur des Niederschlagsereignisses gab es räumlich und zeitlich sehr große Unterschiede, dabei aber nicht nur örtlich, sondern großflächig große Niederschlagsmengen, vor allem auf der Nordseite der Eifel, wo sonst eher wenig Niederschlag fällt. Wie eine am Geographischen Institut der RWTH vorgenommene vorläufige Auswertung der RADOLAN-Niederschlagsradardaten des DWD ergab, lagen im Mittel für den 13. Juli und 14. Juli Niederschlagssummen im oberen Ahrtal von 100 Millimetern, im oberen Indetal von 101 Millimetern und im oberen Erfttal von 117 Millimetern vor.

Die bis einschließlich 31. Dezember für 2021 an der Klimamessstation Aachen-Hörn erwartete Niederschlagssumme von 789 Millimetern liegt - trotz des Extremniederschlagsereignisses im Juli - noch etwas unter dem Mittelwert der Jahre 1961 bis 1990 an der Station Aachen (Wetterstation) des DWD (828 Millimeter) bzw. etwas deutlicher unter dem Mittelwert der Normalperiode 1991 bis 2020 an der Klimamessstation Aachen-Hörn. In NRW wird davon ausgegangen, dass - speziell unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Starkregen zu großen Teilen nicht versickern, sondern nur abfließen konnte - das Wasserdefizit in den tieferen Bodenschichten weiter erhalten bleibt.


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