Campus Landau: Gebäude für die Kunst feierlich eröffnet

Arbeitsplätze zum kreativen Wirken für 70 Studierende bietet die ehemalige Reith

Arbeitsplätze zum kreativen Wirken für 70 Studierende bietet die ehemalige Reithalle im Süden Landaus. Foto: Karin Hiller

Gestern hat die Universität Koblenz-Landau in Landau feierlich das Gebäude für die Kunst eröffnet. In der ehemaligen Reithalle der französischen Streitkräfte sind nun alle Aktivitäten des Instituts für Bildende Kunst und Kunstwissenschaft an einem Ort gebündelt.

Seit über 25 Jahren bildet die Universität am Campus Landau Kunstlehrer aus, Künstler und auch Kunstvermittler. Bis vor Kurzem fand dies verteilt über die ganze Stadt statt. ,,Wir freuen uns, dass wir hier in der Reithalle endlich mit den verschiedenen Bereichen der Kunst an einem Ort angekommen sind", unterstrich Universitätspräsidentin Professorin Dr. May-Britt Kallenrode in ihrer Begrüßung. In dem denkmalgeschützten Klinkerbau vom Ende des 19. Jahrhunderts im Süden Landaus finden neben den studentischen Ateliers auch die Werkstätten und ein Seminarraum Platz. Somit hat das Institut nun auf Atelierebene die Möglichkeit, Seminare und theoretische Veranstaltungen durchzuführen. Damit können die drei Kernbereiche des Instituts - Kunstwissenschaft, Kunstpädagogik und Kunstpraxis - besser miteinander verbunden werden. ,,Das wird den Austausch unter den drei Bereichen fördern", unterstrich Kallenrode, ,,aber auch den Austausch mit der Stadt und der Region". Die Künstlerinnen und Künstler seien durch die vielen Ausstellungen in Stadt und Region sichtbar. ,,Jetzt kann das Kunst-Institut auch in die eigenen Räume einladen", so Kallenrode.

Oberbürgermeister Thomas Hirsch würdigte die Umwandlung der Reithalle in einen Ort der Kunst als städtebaulichen und Erfolg für die Universität. Beim Abzug der französischen Streitkräfte vor 25 Jahren sei bei einigen Liegenschaften nicht sicher gewesen, was Sinnvolles aus ihnen werden könne. Dass aus der alten Reitund späteren Turnhalle nun ein Ort für Kunst und Kultur geworden sei, wertete Hirsch als "sehr gelungen". Hirsch hofft, dass das Gebäude nun auch von der Landauer Bevölkerung angenommen werde. Stadt und Universität sei es gelungen, die Universität mit einem Campus im Norden und einem im Süden zu zentralisieren. Für diesen Erfolg müsse nun auch das Land Klarheit schaffen, so die Aufforderung des Landauer Stadtoberhaupt in Richtung Mainzer Ministerium.

An einer Universität seien Räume nicht nur Versammlungsstätten, sondern auch Bildungseinrichtungen, so Lothar Bluhm, Dekan des Fachbereichs 6: Sozialund Kulturwissenschaften. Ein Raum stehe immer in innerem Bezug zu dem zu Vermittelnden. "Dieses Gebäude ist ein wunderbares Beispiel der gelungenen Verbindung von Raum und Bildungscharakter", so Bluhm.

Als "mehrstöckigen Organismus für die Kunst" sieht Tina Stolt, Professorin für Kunstdidaktik und treibende Kraft im Projekt Reithalle das Gebäude. Am Anfang der Bauzeit habe man schon viel Phantasie benötigt. Dass hier nun die Kunst ein neues Zuhause gefunden habe, in dem Altes und Neues nebeneinander wirken könnten, sei ein Verdienst vieler Personen innerhalb und außerhalb der Universität. Entsprechend lang war die Liste der Namen, denen Stolt ausdrücklich ihren Dank aussprach.

Die ehemalige französische Reithalle wurde von dem Architekten Thorsten Holch aufwendig saniert und von der Universität langfristig angemietet. Es bietet Studierenden und Lehrenden rund 1.900 qm Fläche verteilt auf drei Ebenen. Im Erdgeschoss sind Werkstätten für die Bereiche Holz, Metall, Druck, Gips und Bildhauerei eingerichtet. Das 1. Obergeschoss wird für Ateliers und ein Computerlabor für die digitale Bildbearbeitung genutzt. Das zweite Obergeschoss bietet Raum für weitere Ateliers. Das 1.Obergeschoss ist auch durch einen Aufzug zu erreichen.

Auch der Standort selbst bietet Vorteile. Das Gebäude auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände in der Heinrich-Diehl-Straße liegt nur rund 100 Meter Luftlinie vom angestammten Uni-Standort in der Bürgerstraße entfernt und ist von dort in weniger als fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Im Gebäude Bürgerstraße befinden sich die Büros der Institutsmitarbeiter.

Das Institut für Kunstwissenschaft und Bildende Kunst der Universität Koblenz-Landau am Campus Landau ruht auf drei Säulen:  Kunstwissenschaft, Kunstpädagogik und Kunstpraxis , repräsentiert durch 3 Professuren ( Marc Fritzsche für Kunstdidaktik, Prof.  Tina Stolt für Kunstpraxis, die Professur für Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft wird zur Zeit vertreten durch  Dr. Alexander Linke , das Berufungsverfahren läuft derzeit). Das Team wird ergänzt durch einen akademischen Rat in der Kunstpraxis (Fotografie, Medien, Malerei, Zeichnung)  Rainer Steve Kaufmann , einen Mitarbeiter für die Bildhauerwerkstatt:  Eckart Steinhauser , eine künstlerische Mitarbeiterin für Malerei/Zeichnung:  Ana Laibach , eine neue Mitarbeiterin für die Didaktik sowie einige Lehrbeauftragte für spezielle Felder oder die Betreuung der zahlreichen Grundschulstudierenden und regelmäßig ein Lehrauftrag in englischer Sprache als offenes Angebot für unsere Gastund die Fachstudierenden.  Ausgebildet werden zukünftige Kunstlehrer und Kunstlehrerinnen für alle Schultypen, gleichzeitig auch Künstler und Künstlerinnen sowie Kunstvermittler und -vermittlerinnen. Am Institut lernen rund 200 Fachstudierende. An den vom Institut angebotenen Grundschulmodulen nehmen bis zu 400 weitere Studierende teil.