Büste von Wilhelm Wundt eingeweiht

Büste von Wilhelm Wundt | © Joachim Funke
Büste von Wilhelm Wundt | © Joachim Funke

An den Begründer der naturwissenschaftlich orientierten Psychologie, an Wilhelm Wundt (1832 bis 1920), erinnert eine Büste, die im Innenhof des Psychologischen Instituts der Universität Heidelberg aufgestellt wurde. Die akademische Karriere des bedeutenden Wissenschaftlers, der als Pionier moderner psychologischer Forschung gilt, begann an der Ruperto Carola. Hier entwickelte er die Grundlagen seiner wissenschaftlichen Arbeit und legte den Grundstein für die experimentelle Psychologie. Die Initiative, mit einem Standbild an ihn zu erinnern, ging von der Heidelberger Alumna Susanne Guski-Leinwand aus. Zur Einweihung der Büste fand ein Festakt mit rund 70 Gästen statt, darunter auch zwei Urenkel von Wilhelm Wundt.

Der in Mannheim-Neckarau geborene Wilhelm Wundt studierte von 1851 an Medizin, Naturwissenschaften und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Tübingen, das medizinische Staatsexamen legte er 1855 in Karlsruhe ab. Mit einer Arbeit zum ,,Verhalten der Nerven in entzündeten und degenerierten Organen" wurde er an der Ruperto Carola promoviert. Im Jahr 1864 - nach seiner Habilitation und einer mehrjährigen Assistenzzeit bei dem Heidelberger Physiologen Hermann von Helmholtz - wurde er in Heidelberg auch zum außerordentlichen Professor berufen. Er lehrte an der Medizinischen Fakultät Anthropologie und medizinische Psychologie. Eine kurze Zwischenstation führte ihn an die Universität Zürich, bevor er 1874 an die Universität Leipzig wechselte. Dort trug Wilhelm Wundt entscheidend dazu bei, die Psychologie als eigenständige akademische Disziplin zu etablieren.

Die Büste, die nun an Wilhelm Windt erinnert, wurde von dem Bildhauer Martin Hintenlang (Abtsteinach) gestaltet. Initiatorin Prof. Guski-Leinwand hat sich mit der Entstehungsgeschichte der Psychologie in Deutschland beschäftigt. Mit ihrer Studie wurde sie 2007 am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg promoviert. Gemeinsam mit der Gesellschaft der Freunde Universität Heidelberg sicherte sie die Finanzierung zur Realisierung und Aufstellung der Büste. ,,Die Heidelberger Einflüsse im Zusammenhang mit Wilhelm Wundt haben zu einer weltweiten Neuausrichtung der Psychologie geführt und auch zum großen Erfolg des Faches im 20. und 21.Jahrhundert beigetragen", betont Joachim Funke, der das Vorhaben unterstützend begleitet hat.

Anlässlich der Aufstellung der Wilhelm-Wundt-Büste hat die Universitätsbibliothek Heidelberg mehrere Briefe Wundts an Heidelberger Wissenschaftler - etwa Kuno Fischer und Heinrich Rickert - sowie ein Dankschreiben an die Wilhelm-Wundt-Schule in Mannheim-Neckarau digitalisiert. Zudem wird ein knapp zweiminütiges Tondokument mit der Stimme Wilhelm Wundts über die Homepage der Bibliothek online zugänglich gemacht.

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