Botanische Gärten öffnen wieder Gewächshäuser

Im Regenwaldhaus Auf dem Rundweg durch die Gewächshäuser, hier im Regenwaldhaus,

Im Regenwaldhaus Auf dem Rundweg durch die Gewächshäuser, hier im Regenwaldhaus, (c) Cornelia Löhne / Universität Bonn

Ab Montag, 17. August 2020, öffnen die Gewächshäuser der Botanischen Gärten der Uni Bonn einen Einbahntraßen-Rundweg durch ihre Gewächshäuser. In die Zeit der Pandemie-bedingten Schließung fiel eine Titanenwurzblüte.

Seit Mitte Mai ist bereits der Schlossgarten wieder für Besucher geöffnet; ab dem 17. August sind es auch wieder die Gewächshäuser - werktags zunächst nur an den Nachmittagen. Mit Mund-Nase-Schutz und unter Beachtung des Abstandsgebots können die Besucher nun wieder den Rundgang durch den Gewächshauskomplex genießen; derzeit ist es ein Einbahnstraßensystem.

Es beginnt im Regenwaldhaus; hier sind auch die tropischen Echsen zu entdecken, aber sie fordern Geduld ein. Weiter geht es ins Farnhaus mit seinen riesigen Baumfarnen aus tropischen Bergregionen. Im Monsunhaus zeigen sich verschiedene Ingwergewächse wie ,,Dancing Girl Ginger". Der Weg führt dann zur Seychellennusspalme und anschließend in das sehr warme und feuchte Victoriahaus mit der Riesenseerose Victoria. Über das Sukkulentenhaus mit seinen Kakteen, Wolfsmilchgewächsen und anderen Wüstenpflanzen führt der Rundgang nach fünf verschiedenen Gewächshäusern mit unterschiedlichen Vegetationszonen zum Ausgangspunkt.

Heimliche Titanenwurzblüte

Während der monatelangen Schließung der Gewächshäuser ereignete sich - notgedrungen diesmal ohne Besucher - eine Titanenwurzblüte. Es handelte sich um die 28. Titanwurzenblüte in Bonn. Gärtner Michael Neumann entdeckte die Blütenknospe Ende April. Am 24. Mai dann war die jüngste Titanenwurzblüte voll aufgegangen. Gewebestücke dieses mit 187 Zentimetern Höhe eher mittelgroßen Exemplars einer Amorphophallus titanum erhielt die Universität Salzburg. Die Wissenschaftler interessieren sich für einen Schimmelpilz im Bereich des Blütenstandes, von dem bis heute nicht klar ist, was er bewirkt und ob er der Pflanze schadet. Titanenwurzknollen waren vor etwa 30 Jahren aus Indonesien importiert und an viele Botanische Gärten verteilt worden, darunter auch an die Uni Bonn. ,,Mit etwas Glück und viel Geschick konnten unsere Gärtner wie zum Beispiel Herr Neumann die Pflanze nicht nur am Leben erhalten", erklärt Kustodin Dr. Cornelia Löhne, ,,sondern auch zum Wachsen und Blühen bringen. Und so ist diese Pflanze auch zu unserem Maskottchen geworden."
Die Titanenwurz, die ihre Blüte nun wieder hinter sich hat, treibt jetzt wieder ein Blatt aus und so beginnt der Kreislauf von Blatt, Ruhephase, Blüte, Ruhephase in den Gewächshäusern der Botanischen Gärten der Universität Bonn von neuem.

Öffnungszeiten der Gewächshäuser: Täglich außer samstags, 14.00 bis 17.30 Uhr, sonntags ab 10 Uhr. samstags geschlossen.

www.botgart.uni-bonn.de


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