Biologie-Forschung erhält Millionenförderung

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Zwei Sonderforschungsbereiche der WWU gehen in die Verlängerung. © WWU - Robert

Zwei Sonderforschungsbereiche der WWU gehen in die Verlängerung. © WWU - Robert Matzke

Zwei Sonderforschungsforschungsbereiche (SFB) im Bereich Biologie gehen an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster in die Verlängerung. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die interdisziplinären Vorhaben "Dynamische zelluläre Grenzflächen: Bildung und Funktion" und "Eine neue Synthese zur Individualisation für die Verhaltensforschung, Ökologie und Evolution: Nischenwahl, Nischenkonformität, Nischenkonstruktion" mit einem Gesamtvolumen von rund 20 Millionen Euro. Die jeweils vierjährige Laufzeit startet im Januar 2022. Die Forschungsverbünde stärken die WWU-Forschungsschwerpunkte "Zelldynamik und Bildgebung" und "Evolutionsforschung".

SFB 1348 "Dynamische zelluläre Grenzflächen: Bildung und Funktion"

Für die Bildung und Funktion von Geweben und komplexen Organismen sind Grenzflächen, an denen Zellen miteinander in Kontakt treten, von entscheidender Bedeutung. Der seit 2018 laufende SFB befasst sich mit der Dynamik zellulärer Grenzflächen und erforscht mit einem interdisziplinären Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Bildung und Funktion dieser Strukturen. Die exakte zeitliche Steuerung der zellulären Differenzierung und ihre präzise räumliche Integration im Organismus erfordert eine ständige Kommunikation über zelluläre Kontaktstellen. "Diese Prozesse ermöglichen eine korrekte Entwicklung und Gewebehomöostase und sind essenziell für angemessene Reaktionen auf Störungen, wie etwa bei der Wundheilung oder bei Entzündungsprozessen. Unsere Forschung bildet daher eine fundamentale Grundlage der Zellund Entwicklungsbiologie sowie der Biomedizin", betont Stefan Luschnig vom Institut für Integrative Zellbiologie und Physiologie der WWU. In dem SFB arbeiten 24 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fachbereichen Biologie, Chemie und Medizin der Universität Münster - sie kooperieren intensiv mit dem Max-Planck-Institut für Molekulare Biomedizin. Christian Klämbt als Sprecher und Stefan Luschnig als Co-Sprecher führen mit dem Team des Forschungsverbunds eine starke Tradition der Universität Münster in der Analyse von Zellen und deren Dynamik mit modernsten bildgebenden Verfahren fort.

SFB/Transregio "Eine neue Synthese zur Individualisation für die Verhaltensforschung, Ökologie und Evolution: Nischenwahl, Nischenkonformität, Nischenkonstruktion"

Das Projekt läuft ebenfalls seit 2018. Der Verbund wird von der Universität Bielefeld und der WWU getragen. Sprecher des SFB ist Oliver Krüger der Universität Bielefeld; sein Stellvertreter ist der Evolutionsbiologe Joachim Kurtz von der WWU. Das Forschungs-Team untersucht, wie es Lebewesen gelingt, sich an ihre Umwelt anzupassen und ihre eigene ökologische Nische auszuprägen und zu nutzen. "Unser Ziel bleibt es, das Nischenkonzept auf der Ebene des Individuums zu definieren, zu etablieren und die ökologischen und evolutionären Konsequenzen dieser veränderten Sichtweise zu verstehen", sagt Oliver Krüger. Der Forschungsverbund hat in den vergangenen vier Jahren das Konzept der ökologischen Nische um neuartige Aspekte erweitert, indem die individuellen Unterschiede von Tieren in den Mittelpunkt gerückt wurden. "Jedes Individuum setzt sich mit seiner Umwelt auseinander, aber Individuen unterscheiden sich darin, wie sie sich dadurch anpassen", ergänzt Joachim Kurtz. Die Forscher sprechen daher von individualisierten Nischen, sie interessieren sich dabei für drei mögliche Prozesse: Nischenwahl, Nischenkonformität und Nischenkonstruktion." Dafür arbeiten Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen auch künftig in 19 Teilprojekten zusammen. Weitere beteiligte Disziplinen sind unter anderem die Philosophie, Statistik und theoretische Biologie. Über den SFB werden von 2022 bis 2025 unter anderem 19 Promotionsund zehn PostDoc-Stellen gefördert.

Sonderforschungsbereiche sind auf eine Dauer von bis zu zwölf Jahren angelegte fächerübergreifende Forschungseinrichtungen der Hochschulen, die die DFG fördert. Sie ermöglichen die Bearbeitung innovativer und anspruchsvoller Forschungsvorhaben. Zehn Sonderforschungsbereiche werden aktuell an der WWU koordiniert. Wissenschaftler der WWU sind zudem an vielen weiteren hochschulübergreifenden Sonderforschungsbereichen beteiligt.

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