Bibelmuseum stellt Original-Seite aus der Gutenberg-Bibel aus

Die Original-Seite der lateinischen Gutenberg-Bibel von 1462 zeigt die Textstell

Die Original-Seite der lateinischen Gutenberg-Bibel von 1462 zeigt die Textstelle ’Hesekiel 29-32’. © Jan Graefe/Bibelmuseum

Eine Original-Seite der lateinischen Gutenberg-Bibel von 1462 gibt es im Bibelmuseum der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster zu bestaunen. Zu lesen ist darauf die Textstelle -Hesekiel 29-32-. Der lateinische Text wurde in zwei Kolumnen zu je 48 Zeilen auf Pergament gedruckt. Verantwortlich für diesen Druck waren mit Johannes Fust und Peter Schöffer zwei Weggefährten Johannes Gutenbergs, die seine Druckerei 1455 Übernommen hatten. Das Blatt wurde zu späterer Zeit als Einband eines anderen Werks zweckentfremdet. Das Team des Bibelmuseums fand die herausgelöste und zum Kauf angebotene Seite bei einem Antiquar in Mönchengladbach und erwarb sie. Das Exponat ist im Bibelmuseum vom 28. bis 30. Dezember und im neuen Jahr ab dem 2. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei, es gelten die jeweils aktuellen Corona-Regeln. An den Weihnachtstagen, Silvester und Neujahr ist das Haus geschlossen.

Zum Hintergrund

Johannes Gutenberg erfand den Buchdruck und druckte die erste Bibel von 1452 bis 1454 auf der nach ihm benannten Gutenbergpresse. Bei dem vorliegenden Bibelblatt handelt es sich um die vierte gedruckte lateinische Bibel, nach ihrer Zeilenzahl auch als -B48- bezeichnet. Ausgewählte Buchstaben von Satzanfängen wurden zur leichteren Lesbarkeit nach dem Druck rot eingefärbt. Einzelne rote und blaue Initialen zeigen den Beginn eines neuen Kapitels. Zusätzlich sind diese Stellen mit römischen Ziffern gekennzeichnet. Die verwendete Schrifttype -Gotico-Antiqua- wurde von Peter Schöffer entworfen. Die Bibel lag am 14. August 1462 vollständig gedruckt vor. Heute sind von der Fust-Schöffer-Bibel weltweit nur noch rund 80 mehr oder weniger vollständige Exemplare und etwa 20 Einzelblätter beziehungsweise Fragmente bekannt. Eines dieser Fragmente ist in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn belegt. Mit dem münsterschen Exemplar gibt es nun ein ganzes Blatt dieser seltenen Bibel in Nordrhein-Westfalen.

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