Bettina Hitzer erhält den Preis der Leipziger Buchmesse 2020

Die Historikerin Dr. Bettina Hitzer hat den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 in der Kategorie Sachbuch/Essayistik erhalten. Ausgezeichnet wurde sie für ihr Buch ,,Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts", das aus ihrer im Jahr 2017 am Fachbereich Geschichtsund Kulturwissenschaften der Freien Universität Berlin eingereichten Habilitationsschrift entstand. Von 2014 bis Januar 2020 leitete Bettina Hitzer eine Minverva-Forschungsgruppe zur Geschichte der Gefühle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung. Am Beispiel von Krebserkrankungen schildert die Wissenschaftlerin kulturhistorische Zusammenhänge zwischen Krankheit und Gefühl, die bisher kaum beachtet wurden, begründete die Jury. Ihr Buch beleuchte, wie unterschiedlich im 20.Jahrhundert in Deutschland Krebs erforscht, besprochen und erlebt worden sei. Dabei zeigt die Historikerin auf, welchem gesellschaftlichen Wandel der Umgang mit der Krankheit unterlag, hieß es weiter in der Begründung. Von der Mündigwerdung von Patientinnen und Patienten über die öffentliche Akzeptanz bis zur Erfindung der Nachsorge entsteht so ein Panorama, das über einfache Fallgeschichten und Ratgeber von Krebs weit hinausreicht. Mit ihrem emotionsgeschichtlichen Zugriff vertrete Bettina Hitzer einen neuen Ansatz der Geschichtswissenschaft.

Bettina Hitzer leitete von 2014 bis Anfang 2020 eine Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, die sich mit Krankheit als Emotionsgeschichte beschäftigt hat. Ihre Arbeiten zur Wissensund Wissenschaftsgeschichte sowie zur Migrationsund Religionsgeschichte wurden im Jahr 2016 mit dem Walter-de-Gruyter-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2017 habilitierte sie sich an der Freien Universität, wo sie auch als Privatdozentin tätig ist.


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