Bedeutung der Geisteswissenschaften im 21.Jahrhundert

Universität Göttingen leitet europäischen World Humanities Report für die UNESCO

(pug) Die Universität Göttingen koordiniert seit April 2019 ein europäisches Forschungsteam, das für die UNESCO den europäischen Teil des World Humanities Report (WHR) erstellt. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt seit diesem Sommer zunächst ein Jahr lang mit rund 244.000 Euro. Der WHR liefert Erkenntnisse über die derzeitigen Entwicklungen in den Geisteswissenschaften und bildet die Grundlage für künftige Empfehlungen der UNESCO.

‘Mit diesem Bericht heben wir die Bedeutung der Geisteswissenschaften in einer sich zunehmend schneller verändernden und damit instabileren Welt hervor’, erläutert Projektleiterin Hiltraud Casper-Hehne, Vizepräsidentin für Internationales der Universität Göttingen. ‘Diese Welt ist durch technologische Vermittlung und digitale Kommunikation verbunden, aber gleichzeitig durch soziale Ungleichheiten sowie ethnische und religiöse Konflikte gebrochen.’

Der Fokus des WHR liegt auf Themen, die für die Mehrheit der Länder innerhalb und außerhalb Europas relevant sind und den Geisteswissenschaften im Allgemeinen, nicht auf einzelnen Disziplinen. Beispiele sind ‘Geisteswissenschaften im digitalen Zeitalter’, ‘Die Verantwortung der Geisteswissenschaften in einer globalen Welt’ und ‘Geisteswissenschaften und Demokratie’. Der europäische Bericht legt einen Schwerpunkt auf neue interdisziplinäre Entwicklungen in den Geisteswissenschaften, beispielsweise Digital, Environmental und Medical Humanities. Darüber hinaus geht es um die Frage, wie die zeitgenössischen Geisteswissenschaften im 21.Jahrhundert zum Aufbau demokratischer Gesellschaften beitragen können.

Gleichzeitig will der Bericht ein tieferes Verständnis dafür schaffen, wo und wie die Geisteswissenschaften bedroht sind. Dazu gehören sowohl die Unterfinanzierung von Lehre und Forschung als auch grundlegendere Risiken für intellektuelle Freiheit, kritischen Diskurs und Vielfalt.

Das europäische Team des WHR ist eins von insgesamt acht regionalen Teams weltweit, die den WHR in enger Abstimmung erarbeiten. Die Universität Göttingen arbeitet dabei eng mit den Universitäten Bologna, Utrecht und Belgrad sowie mit dem University College London und dem International Council of Philosophy and the Human Sciences (CIPSH) in Brüssel zusammen. Neben dem europäischen Team gibt es entsprechende Forschungsgruppen in Afrika, der Arabischen Region, Australien/Pazifik, China, Lateinamerika, Nordamerika und Südasien. Weitere Informationen sind im Internet unter www.cipsh.net/web/focus-22.htm zu finden.


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