Auszeichnung für den Dialog zwischen theologischer Wissenschaft und kirchlicher Praxis  

(v.l.) Dekan    Ruben Zimmermann mit den beiden Ehrendoktoren    Elsa Tamez und

(v.l.) Dekan Ruben Zimmermann mit den beiden Ehrendoktoren Elsa Tamez und Christian Schad

Auszeichnung für den Dialog zwischen theologischer Wissenschaft und kirchlicher Praxis

Der Präsident der Evangelischen Kirche der Pfalz, Christian Schad, und eine der führenden protestantischen Bibelwissenschaftlerinnen Lateinamerikas, Elsa Tamez, haben die Ehrendoktorwürde der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erhalten. Die Evangelisch-Theologische Fakultät würdigt mit beiden Ehrenpromotionen besonders die Verbindung von theologischer Wissenschaft und kirchlicher Praxis.

Christian Schad übt sein kirchenleitendes Amt seit 2008 mit enger Rückbindung an die theologische Wissenschaft aus, sei es, dass er in Reden und Publikationen beispielsweise zur Biomedizin oder Diakonie explizit theologisch argumentiert, sei es, dass er seit Langem einen intensiven Austausch mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz pflegt. Hervorzuheben ist zudem sein großes Engagement im Bereich der innerprotestantischen Verständigung und im Dialog mit der katholischen Kirche. "Christian Schads Interesse an theologischen Grundsatzfragen bleibt auch im Blick auf die Praxisfelder kirchlicher Arbeit lebendig und tiefgründig", heißt es in der Laudatio. "Die Wahrheitsfrage, das Bemühen um kirchliche Einheit und vor allem die Frage nach den sozialethischen und medizinethischen Implikationen der Rede von Menschenwürde im Blick auf Sterben und Tod charakterisieren Grundpfeiler seines theologischen Interesses. Dass er zudem stets dafür arbeitet, dass die Leitung und die Praxis der Kirche sich nicht abkoppeln von der Lehre in Schule und Universität, ist besonders positiv hervorzuheben."

Auch für die Befreiungstheologin Elsa Tamez aus Costa Rica müssen theologische Wissenschaft und kirchliche sowie gesellschaftliche Praxis eng aufeinander bezogen bleiben. In ihren zahlreichen Publikationen nimmt sie immer wieder die Perspektive der Unterdrückten ein und kämpft für die Entrechteten. "Darüber hinaus hat sie in den mehr als 40 Jahren ihres Wirkens als Mitgründerin und Leitungspersönlichkeit in vielen ökumenischen theologischen Arbeitskreisen und Institutionen in Lateinamerika entscheidende Impulse gegeben", so die Laudatio. Elsa Tamez gilt als eine der prägenden Theologinnen Lateinamerikas mit internationaler Beachtung in unterschiedlichen Feldern: als ökumenische Befreiungstheologin, als Bibelwissenschaftlerin, als feministische Theologin und als Pionierin unterschiedlicher Bibelübersetzungen wie etwa der Interlinearübersetzung (Griechisch-Spanisch), der Übersetzung der Bibel in indigene Sprachen und in Gebärdensprachen für Gehörlose. Mit dieser Ehrung setzt die Evangelisch-Theologische Fakultät der JGU zugleich ihre Würdigungen von befreiungstheologischen und postkolonial arbeitenden Theologinnen fort: Der Gutenberg Research Award 2015 war an Kwok Pui-Lan verliehen worden, Musa Dube erhielt 2017 den Gutenberg Teaching Award.


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