Aller Künste Wissenschaft - Die Sammlung des Johann Friedrich von Uffenbach

Die Sammlung Johann Friedrich von Uffenbachs in der Ausstellung ’Aller Kün

Die Sammlung Johann Friedrich von Uffenbachs in der Ausstellung ’Aller Künste Wissenschaft’. Foto: Martin Liebetruth

Ausstellung in der Kunstsammlung der Universität Göttingen ist bis Juli erneut zu sehen

Bücher, Grafiken, Modelle, Instrumente und viele andere Zeugnisse frühaufklärerischer Neugier machen die Sammlung Johann Friedrich Uffenbachs aus, die als eine der größten Schenkungen des 18. Jahrhunderts an die Universität Göttingen kam. Im Laufe der Zeit auf Fächer und Institutionen zerstreut wurde sie im vergangenen Jahr anhand der Verzeichnisse des Sammlers erstmals wieder in ihre ursprünglichen Zusammenhänge zurückgeführt: Als Kooperation von Niedersächsischer Staatsund Universitätsbibliothek Göttingen, der Kunstsammlung der Universität und mit zahlreichen Leihgaben entstand eine Ausstellung, die in den Themenbereichen Reisen, Kunst und Angewandte Mathematik Uffenbachs Interessen aufzeigt und die funktionale Verknüpfung von Uffenbachs gedruckten Büchern, Handschriften, Zeichnungen, Druckgrafiken, Modellen und Instrumenten sichtbar macht. Pandemiebedingt musste die Ausstellung im vergangenen Herbst bereits nach wenigen Tagen wieder schließen. Nun ist sie erneut geöffnet und bis zum 17. Juli 2022 jeden Sonnabend und Sonntag zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Johann Friedrich von Uffenbach, Frankfurter Patrizier und Bruder eines der größten Büchersammler seiner Zeit, studierte an den Universitäten in Halle und Straßburg. Als Europareisender führte er umfangreiche Reisetagebücher und lebte als Privatgelehrter mit technisch-naturkundlichen und künstlerischen Interessen, als Sammler von Büchern, Instrumenten, Gemälden, Zeichnungen und Druckgraphik in Frankfurt. Seine Begeisterung für alles Technische, Messbare und neu Erfundene führten zu experimentierendem Lernen und Sammeln. Seine Kenntnisse setzte Uffenbach praktisch um: So erneuerte er eine Mainbrücke, führte verschiedene Großfeuerwerke auf, schuf diverse Musiken und eine Oper, stellte Kupferstiche her, erprobte technische Erfindungen und Vieles mehr.

über 8.000 Seiten Reisetagebücher, fünf Bände mit Sitzungsprotokollen seiner in Frankfurt gegründeten gelehrten Gesellschaft sowie zahlreiche Briefe und Manuskripte unveröffentlichter Schriften vermitteln tiefe Einblicke in ein Gelehrtenleben des 18. Jahrhunderts. Uffenbachs eigenhändige Kataloge setzten die unterschiedlichen Sammlungsbestandteile in Beziehung und erlaubten erstmalig eine Rekonstruktion der ursprünglichen Sammlung, die sich als ein komplexes, vielteiliges Arbeitsinstrument erweist. Dieses Arbeitsinstrument vermachte Uffenbach 1736 der neugegründeten Göttinger Universität, die die Sammlung nach dessen Tod 1770 erhielt.

Die Ausstellung ist sonnabends und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen durch die Ausstellung finden am 15. Mai, 19. Juni und 17. Juli um 11.30 Uhr statt. Zur Nacht des Wissens am 9. Juli werden Führungen um 18 Uhr und um 21 Uhr angeboten.

Das Rahmenprogramm umfasst zwei Vorträge in der Reihe -Kunstwerk des Monats-, die Werke aus der Sammlung Uffenbachs ins Zentrum stellen:

Am 5. Juni stellt Dr. Anne-Katrin Sors eine Druckplatte nach Goltzius berühmtem Stich -Der Drache verschlingt die Gefährten des Kadmos- aus der Sammlung Uffenbach vor. Am 3. Juli sprechen Sors und Andreas Effland über -Gelehrte beim vergeblichen Entziffern von Hieroglyphen - Eine Federzeichnung von Karel Å kréta (1655) aus der Sammlung Uffenbach-. Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Seminar der Ägyptologie statt, das in einer Vortragsreihe die Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen vor 200 Jahren feiert.

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