Genom-Atlas soll den Erhalt der Artenvielfalt in Europa unterstützen 

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Die Erstellung hochwertiger Referenzgenome für Pflanzen, wie diese bescheidene S

Die Erstellung hochwertiger Referenzgenome für Pflanzen, wie diese bescheidene Streptophytenalge, kann wichtige Hinweise für das Verständnis der Evolution von Pflanzen an Land sowie verschiedener Photosynthesemethoden liefern. Foto: Dr Tatyana Darienko

Team der Universität Göttingen schließt sich 600 Forschern aus 48 Ländern an Um wichtige genetische Daten für die Erforschung der Artenvielfalt in Europa bereitzustellen, haben sich über 600 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 48 Ländern zusammengeschlossen. Sie haben den -Europäischen Referenz-Genom-Atlas- (ERGA) initiiert, an dem sich auch ein Team der Universität Göttingen beteiligt. Ziel ist, hochwertige Genomanalysen, so genannte Referenzgenome, für rund 200.000 Arten in Europa zu schaffen. Bislang sind solche Daten nur für einen kleinen Teil der Arten verfügbar. Die Notwendigkeit, diese Lücke zu schließen, wird in einem Perspektivpapier in der Fachzeitschrift Trends in Ecology and Evolution hervorgehoben.

Bedrohte Arten sowie Arten, die für die Landwirtschaft, die Fischerei, die Schädlingsbekämpfung und für die Funktion und Stabilität von Ökosystemen wichtig sind, werden von der ERGA als kritische Arten betrachtet. Dies können Arten aus unterschiedlichsten Organismengruppen sein. Sie erhalten bei den Bemühungen des Expertengremiums Vorrang. Die Genomforschung, die genetisches Material zur Untersuchung einzelner Organismen, Populationen und Ökosysteme einsetzt, profitiert in hohem Maße von Genomen in Referenzqualität, da diese Auskunft über den evolutionären Aufbau und das Anpassungspotenzial einer Art geben. Die Qualität dieser genomischen Ressourcen ermöglicht Innovation und Fortschritt in allen Bereichen der biologischen Forschung.

Die Analyse der genetischen Vielfalt einer Art kann als Frühwarnsystem dienen, um die Widerstandsfähigkeit abzuschätzen, den Rückgang der Arten vorherzusagen und gegebenenfalls gegenzusteuern. Christoph Bleidorn, Leiter der Abteilung Evolution und Biodiversität der Tiere an der Universität Göttingen, erklärt: -Der Genom-Atlas wird uns in die Lage versetzen, neue Methoden zur Überwachung, zum Management und vor allem zur Erhaltung der biologischen Vielfalt zu entwickeln.- Jan de Vries vom Institut für Mikrobiologie und Genetik der Universität Göttingen, fügt hinzu: -Die von ERGA generierten Daten werden eine absolute Fundgrube für die vergleichende Genomik sein.-

Der ERGA ist unter https://www.erga-biodiversity.eu zu finden.

Originalveröffentlichung: Giulio Formenti et al. -The era of reference genomes in conservation genomics-, Trends in Ecology and Evolution 2022. DOI: https://doi.org/10.1016/j.tree.2021.11.008

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