Open-Access-Anteil bei Zeitschriften an den Berliner Hochschulen steigt weiter deutlich an

Open-Access-Anteil 2019 in Berlin Bildquelle: Open-Access-Büros Berlin

Open-Access-Anteil 2019 in Berlin Bildquelle: Open-Access-Büros Berlin

Quote im Jahr 2019 liegt bei 51,6 Prozent und damit um zehn Prozentpunkte höher als der Wert für 2018

Der Anteil der über das Internet frei zugänglichen Artikel in Fachzeitschriften von Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist weiter deutlich angestiegen. Wie das Open-Access-Büro Berlin in Zusammenarbeit mit einem Team von Mitarbeitenden verschiedener Hochschulbibliotheken ermittelte, sind rund 51,6 Prozent der von Forscherinnen und Forschern an Universitäten und Fachhochschulen des Landes Berlin im Erhebungszeitraum 2019 veröffentlichten Artikel im Sinne von Open Access verfügbar. Der Anteil der offen zugänglichen Artikel ist damit nochmals deutlich um mehr als zehn Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2018 angestiegen (41,5 Prozent). 24 Prozentpunkte entfallen auf Publikationen, die in Open-Access-Zeitschriften erschienen sind (,,Goldener Weg"), bei 17,1 Prozent handelt es sich um eine Parallelveröffentlichung im Open Access (,,Grüner Weg"). 10,5 Prozent der Artikel wurde als Open-Access-Version in sogenannten Closed-Access-Zeitschriften veröffentlicht (hybrider Weg); dabei handelt es sich um subskriptionsbasierte Zeitschriften, die einzelne Artikel gegen Zahlung einer Gebühr Open Access verfügbar machen.

Damit ist das Land Berlin nach Einschätzung der Autorinnen und Autoren der Erhebung weiterhin auf einem sehr guten Weg, bis zum Jahr 2020 das selbstgesteckte Ziel eines Anteils von 60 Prozent bei den frei zugänglichen Artikeln zu erreichen. Diese Quote ist in der ,,Open-Access-Strategie für Berlin" festgeschrieben, die das Berliner Abgeordnetenhaus 2015 verabschiedete. Die Quote kann aufgrund der Verfügbarkeit der Publikationszahlen in den konsultierten Datenbanken nur mit einem zeitlichen Verzug ermittelt werden. Die Auswertung der Publikationszahlen für das Jahr 2020 wird daher erst Anfang 2022 erscheinen. Die Strategie hat zum Ziel, dass mit Steuergeldern erzielte Forschungsergebnisse an öffentlichen Hochschulen nicht nur der Wissenschaft ohne finanzielle, rechtliche und technische Barrieren zur Verfügung stehen, sondern beispielsweise auch der öffentlichkeit sowie Unternehmen und Verbänden.

Der Regierende Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, Michael Müller, hierzu: ,,Wie wichtig der freie Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ist und wie unverzichtbar der ungehinderte Austausch von Wissen über institutionelle und nationale Grenzen hinweg, konnten wir gerade in den vergangenen Monaten sehr deutlich erleben. Ich freue mich umso mehr, dass die Umsetzung der Berliner Open Access Strategie so gut voranschreitet und unser Wissenschaftsstandort heute zu den Open Access Vorreitern gehört. Dafür möchte ich allen, die an den Hochschulen und Forschungsinstituten daran aktiv mitwirken, großen Dank aussprechen." Der Bibliotheksdirektor der Freien Universität Berlin, Dr. Andreas Brandtner, der gemeinsam mit dem Staatssekretär für Wissenschaft und Forschung, Steffen Krach, die ,,AG Open Access Strategie für Berlin" leitet, betrachtet die bislang erreichte Quote als hervorragende Entwicklung, die zeigt, dass sich die Berliner wissenschaftlichen Einrichtungen für die offene Wissenschaft stark machen und mit der internationalen Entwicklung Schritt halten. ,,Das Ziel von 60% Open Access bei Zeitschriftenartikeln liegt sehr nah vor uns. Die Open-Access-Services und Infrastrukturen der Universitätsund Hochschulbibliotheken sind hier eine wichtige Stütze der Open-Access-Transformation und werden das auch in Zukunft sein."

Berlin präsentiert seit 2016 Zahlen für den landesweiten Open-Access-Anteil und ist mit der finanziellen Förderung von Open Access in den Hochschulen und Kultureinrichtungen sowie der Einrichtung eines Open-Access-Büros bundesweit einer der Vorreiter für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen und dem kulturellen Erbe.

In die Analyse einbezogen wurden die neun publikationsstärksten Wissenschaftseinrichtungen des Landes Berlin:

  • Alice Salomon Hochschule
  • Beuth Hochschule
  • Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Freie Universität Berlin
  • Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Technische Universität Berlin
  • Universität der Künste

Der Bericht enthält eine englische Zusammenfassung.


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