Untersuchungen zur Coronavirus-Pandemie

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Teilnehmer gesucht: Bioinformatiker versuchen, neue COVID-19-Hotspots aufzuspüren - Weitere Studien beschäftigen sich mit den psychologischen Auswirkungen

Wie gehen Menschen im Alltag mit ihren Gefühlen während der durch das Coronavirus verursachten Pandemie um und an welchen Orten entsteht möglicherweise ein neuer Hotspot mit COVID-19-Erkrankungen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt von zwei Studien, für die Wissenschaftler der Ruperto Carola Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus allen Altersgruppen suchen. Die Teilnahme an den Untersuchungen, die am Psychologischen Institut sowie in der Bioinformatik am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH) angesiedelt sind, erfolgt online. Weitere Studien werden von Wissenschaftlern des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim und des Instituts für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg organisiert.

Angeregt durch vergleichbare Projekte in anderen Ländern haben Bioinfomatiker des ZMBH einen kurzen Fragebogen entworfen, in dem möglichst viele Personen regelmäßig Auskunft über ihr gesundheitliches Befinden geben sollen. Die Abfrage erfolgt grundsätzlich anonym, allerdings unter Angabe der Postleitzahl. Auf diese Weise wollen die Wissenschaftler ermitteln, an welchen Orten der Anteil an Personen mit potentiellen Covid-19-Symptomen wie zum Beispiel Husten oder Fieber steigt und sich verdichtet. ,,Wir werden für jedes Gebiet auszählen, wie viele Menschen sich zumindest leicht krank fühlen und versuchen, statistisch auffällige regionale Häufungen frühzeitig auszumachen", so Dr. Simon Anders, der die Forschungsgruppe Bioinformatik am ZMBH leitet. Die Wissenschaftler erhoffen sich davon Hinweise auf das Aufflammen eines möglichen COVID-19-Hotspots.

Mit psychologischen Aspekten der durch das Coronavirus verursachten Pandemie beschäftigt sich die Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie am Psychologischen Institut der Universität Heidelberg. In ihrer Studie ,,Auswirkungen von COVID-19 auf Emotionsregulation im Alltag" wollen die Wissenschaftler psychologische Bewältigungsprozesse erfassen und analysieren. ,,Ziel der Studie ist es, in dieser Ausnahmesituation den Zeitverlauf des emotionalen Erlebens im alltäglichen Leben besser zu verstehen", betont Luise Pru’ssner, die gemeinsam mit Verena Zimmermann die Studie leitet. Zu den Untersuchungen, die einen mehrwöchigen Zeitraum umfassen, gehören mehrere Online-Befragungen sowie zweimal die einwöchige Nutzung einer Smartphone-App.

Eine am Institut für Medizinische Psychologie angesiedelte Stress-Studie befasst sich im Zusammenhang mit der Coronavirus-/COVID-19-Pandemie mit sozialer Isolation und psychobiologischer Belastung. In einer Untersuchung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit geht es um Suchtverhalten, beispielsweise den Alkoholund Tabakkonsum oder die Mediennutzung, in der Zeit von Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren.

ZMBH-Fragebogen zum gesundheitlichen Wohlbefinden

Vorgehen/Ziel : Personen geben über einen Fragebogen regelmäßig Auskunft über ihr gesundheitliches Wohlbefinden unter Angabe ihrer Postleitzahl. Forscher ermitteln, an welchen Orten der Anteil an Personen mit potentiellen Covid-19-Symptomen wie zum Beispiel Husten oder Fieber steigt und sich verdichtet. Dabei erhoffen sie sich, frühzeitig Cluster an Erkrankungen zu entdecken.

Studienleiter : Dr. Simon Anders, Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg (ZMBH)

Auswirkungen von COVID-19 auf Emotionsregulation im Alltag

Vorgehen/Ziel : Innerhalb eines mehrwöchigen Zeitraums werden Teilnehmer online zu ihrem ,,emotionalen Erleben" der Pandemie befragt, zu der Untersuchung gehört auch die Nutzung einer Smartphone-App. Ziel der Studie ist es, den Zeitverlauf des ,,emotionalen Erlebens" dieser Ausnahmesituation besser zu verstehen.

Studienleiterinnen : Luise Pru-ssner und Verena Zimmermann von der Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie des Psychologischen Instituts

Stress-Studie zur aktuellen Situation

Vorgehen/Ziel : Der Online-Studienteil umfasst mehrere Befragungen. Darüber hinaus wird von den Studienteilnehmern eine Speichelprobe entnommen, die im Labor auf stressabhängige Hormone und Enzyme ausgewertet wird. Ziel ist es, Aufschluss über psychobiologische Konsequenzen der COVID-19-Pandemie und der momentan eingeschränkten sozialen Kontakte zu erhalten.

Studienleiterinnen : Dr. Monika Eckstein, Dr. Corina Aguilar-Raab, Dora Hopf und Ekaterina Schneider vom Institut für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Heidelberg

Befragung zum Suchtverhalten während der Kontaktbeschränkungen

Vorgehen/Ziel : In der Online-Befragung geht es um Alkoholund Tabakkonsum sowie verschiedene Verhaltensweisen wie etwa Medienkonsum und Kaufverhalten. Die Forscher interessiert, ob die Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren während der COVID-19-Pandemie zu einem erhöhten Suchtverhalten führen.

Studienleiterin : Privatdozentin Dr. Anne Koopmann vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (in Kooperation mit einer Wissenschaftlerin vom Klinikum Nürnberg)


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