Wasserstoff als klimaneutraler Treibstoff

    -     English

  • Mitarbeiter/-innen
  • Studienbewerber/-innen
  • Studierende und Promovierende
  • Wissenschaftler/-innen
  • Alumni und Fördernde

Wissenschaftsteam der Freien Universität, der Universität Bochum und der Universität Linz gelingt erstmals, die Zufuhr von Protonen in einer Hydrogenase-Reaktion experimentell zu verfolgen

Wissenschaftler der Freien Universität, der Universität Bochum und der Universität Linz haben Hinweise für das Design sogenannter biomimetischer Katalysatoren gefunden - also chemische Komplexe, die biologische Prozesse nachahmen - die für die Produktion von Wasserstoffgas (H2) als klimaneutralem Treibstoff nötig sind. Ihnen gelang es erstmals, die Zufuhr von Protonen in einer enzymatischen Reaktion experimentell zu verfolgen. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of the American Chemical Society (JACS) veröffentlicht.

In der Natur wird die Produktion von Wasserstoffgas durch biologische Nanomaschinen katalysiert, die als Hydrogenasen bekannt sind. Diese Enzyme sorgen in vielen Mikroorganismen dafür, dass überschüssige Energie in Wasserstoffgas (H2) umgewandelt wird, zum Beispiel als flüchtiges Nebenprodukt von Photosynthese oder Atmung. Hydrogenasen geben pro Sekunde mehr als 10.000 Moleküle H2 ab, weshalb ein großes Interesse in der Aufklärung der enzymatischen Reaktionsprinzipien besteht. ,,In Zukunft wird möglich sein, Design-Hydrogenasen für die Produktion von H2 als klimaneutralem Treibstoff einzusetzen", erklärt Biophysiker Dr. Sven Stripp von der Freien Universität Berlin, der verantwortliche Autor der Studie.

,,Die Hydrogenase-Reaktion ist im Prinzip sehr einfach", erläutert Dr. Sven Stripp: Zwei Protonen (H+) würden unter Zuhilfenahme von zwei Elektronen als molekularem ,,Klebstoff" zu H2 umgesetzt. Diese Reaktion finde im Zentrum der Hydrogenase statt, das von einem Eisen-Schwefel-Molekül gebildet werde. ,,Wie Elektronen in dieses Zentrum gelangen, ist gut erforscht; genauso ist der Pfad bekannt, auf dem H2 das Enzym verlässt", betont Sven Stripp. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus Bochum und Linz gelang es seiner Arbeitsgruppe nun zum ersten Mal, auch die Zufuhr von Protonen experimentell zu verfolgen. Dafür machten sich die Berliner Biophysiker ein in der Natur häufig beobachtetes Phänomen zunutze: die gleichzeitige Bewegung von Elektronen und Protonen. Eine besonders aktive Hydrogenase wurde im Labor mit einem Farbstoff vermischt, der bei Beleuchtung mit grünem Licht ein Elektron an das Enzym abgibt. Aufgrund umfangreicher Vorarbeiten war bekannt, dass das katalytische Zentrum bei Aufnahme eines Elektrons auch ein Proton bindet. Änderungen der Proteinumgebung, die durch die Protonierung hervorgerufen werden, konnten dann per zeitaufgelöster Infrarot-Spektroskopie nachvollzogen werden.


This site uses cookies and analysis tools to improve the usability of the site. More information. |