TUM baut deutsch-chinesische Magenkrebsforschung aus

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Markus Gerhard (links) in seinem Labor an der TUM. Zusammen mit seiner Kollegin

Markus Gerhard (links) in seinem Labor an der TUM. Zusammen mit seiner Kollegin Pan Kai Feng vom Health Science Center der Peking Universität leitet er das neue Auslandslabor für Magenkrebsforschung. (Bild: Juli Eberle / TUM)

Die Technische Universität München (TUM) verstärkt ihr asiatisches Netzwerk und fokussiert sich gleichzeitig auf Knotenpunkte der Forschung, die durch gegenseitig ergänzende Kompetenz zur Alleinstellung führt. Mit der Peking Universität wurde nun als Großprojekt die Magenkrebsforschung in einem gemeinsamen Labor zusammengeführt. Ein internationales Team erforscht Diagnoseund Therapiemöglichkeiten für diese Krebsart. Das Labor wurde am 10. Oktober eröffnet.

Weltweit ist Magenkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todesursache. Schon seit mehr als zehn Jahren untersuchen Forscherinnen und Forscher der TUM und der Peking Universität gemeinsam diese Krebsart in der Region Linqu County im Nordosten Chinas, wo es außergewöhnlich viele Fälle von Magenkrebs gibt. Mit einem neuen ,,Joint Key Laboratory" (JKL) für Karzinome des oberen Verdauungstraktes in China wird diese Kooperation jetzt institutionalisiert.

Schnellere Diagnose als Ziel

Als einer der größten Risikofaktoren für den Krebs gilt die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, das den Magen besiedelt. Mehr als 50 Prozent der Weltbevölkerung ist mit dem Erreger infiziert, allerdings entwickelt nur ein Bruchteil davon Magenkrebs oder seine Vorstufen.

,,Wir entdecken den Krebs viel zu spät. Wir brauchen bessere Diagnosemöglichkeiten und sogenannte Biomarker. Dann können wir die Infektion behandeln, bevor Krebs entsteht", erklärt Prof. Markus Gerhard vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene der TUM. Er und seine Kollegin Prof. Pan Kai Feng von der Peking Universität leiten die neue Forschungspräsenz mit dem Namen ,,PYLOTUM".

,,Die Technische Universität München ist mit ihrer Expertise, ihren weltweit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und ihren Erfolgen in der Magenkrebsforschung ein idealer Partner für das Peking University Health Science Center. Wir glauben, dass wir durch diese Zusammenarbeit mehr erreichen können als alleine und sind fest davon überzeugt, dass die Gesundheit der Menschen in beiden Ländern und hoffentlich auch im Rest der Welt von dieser Partnerschaft profitiert.", sagt Prof. Zhan Qimin, Präsident des Health Science Center der Peking Universität (PKUHSC) und Executive Vice President der Peking Universität.

Große Patientenstudien

Um geeignete Marker zu finden, sind Studien mit großen Patientenzahlen notwendig, weshalb sich die Region Linqu County eignet. Als erstes wissenschaftliches Großprojekt wird eine klinische Studie mit rund 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern über zehn Jahre durchgeführt. Darin sollen Helicobacter pylori-infizierte Personen endoskopisch überwacht werden. Das neue hochmoderne Analyselabor ist darauf ausgelegt, große Mengen an medizinischem Material in kurzer Zeit zu untersuchen. Damit die chinesischen Ärztinnen und Ärzte in Linqu County die Methoden nach internationalen Standards erlernen und einsetzen können, werden Trainingsund Austauschprogramme durchgeführt. Aus Vergleichsund Erkenntnisgründen führt die TUM ergänzende Studien in Regionen mit anderen ethnischen Hintergründen durch.

China als wichtiger Partner

Die neue Forschungspräsenz an einer der renommiertesten Universitäten Chinas fügt sich in die Internationalisierungsstrategie der TUM, die unter anderem mit ihrer Dependance TUM Asia in Singapur und einem Verbindungsbüro (Liasion office) in Peking enge Kontakte in den asiatischen Raum hat. Die TUM greift damit auch die zunehmende internationale Bedeutung Chinas in den Bereichen Wissenschaft, Medizin und Innovation auf. Schon jetzt sind chinesische Studierende die größte Gruppe ausländischer Studierender der TUM.