Moira Fradinger von der Yale University übernimmt Gastprofessur für Geschlechterforschung

Die Literaturwissenschaftlerin lehrt im Sommersemester 2018 an der Freien Universität/ Antrittsvorlesung am 30. Mai

Moira Fradinger, Professorin für Vergleichende Literaturwissenschaft an der Yale University, New Haven, USA, übernimmt im diesjährigen Sommersemester die internationale Gastprofessur für Geschlechterforschung an der Freien Universität Berlin. Fradinger wuchs in Argentinien, Uruguay, Peru und Venezuela auf und war vor ihrer akademischen Laufbahn auch als klinische Psychologin tätig, engagierte sich in der Frauenbewegung und leitete im argentinischen Sozialministerium ein Projekt zum Schutz von Frauen vor Gewalt. In ihrer Forschung setzt sie sich mit lateinamerikanischer Literatur, Film und Theater auseinander. Zu ihren Schwerpunkten zählt die Rezeption der Antigone als Symbolfigur weiblichen Widerstands in Lateinamerika. Mit diesem Gegenstand beschäftigt sie sich auch in ihrer Antrittsvorlesung, die am 30. Mai um 18 Uhr an der Freien Universität stattfindet.

Fradingers Publikationen verbinden literaturwissenschaftliche mit politischen und philosophischen Fragestellungen. Ihr Buch ,,Binding Violence: Literary Visions of Political Origins", das 2010 erschien, zählt inzwischen zu den Standardwerken zur literarischen Repräsentation von Politik und Gewalt. Zugleich hat sich Moira Fradinger immer wieder mit feministischer Theorie, den Queerals auch den Gender-Studies gewidmet. Ihr Zugang betont die Bedeutung der Geschlechtergeschichte für ein angemessenes Verständnis der romanischen Literaturen.

Während ihres Aufenthalts an der Freien Universität wird Moira Fradinger zum Thema Gesetzgebungen zur Selbstbestimmung geschlechtlicher Zugehörigkeit in verschiedenen Ländern arbeiten. Sie wird ihre Expertise unter anderem auch in den Sonderforschungsbereich ,,Affective Societies" einbringen, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Geistesund Sozialwissenschaften sich mit der gesellschaftlichen Funktion von Emotionen auseinandersetzen. Ein weiterer Kooperationspartner ist neben dem Institut für Romanische Philologie und dem Lateinamerika-Institut das Margherita-von-Brentano-Zentrum für Geschlechterforschung der Freien Universität Berlin.

Ihre öffentliche Antrittsvorlesung am 30. Mai 2018 im Topoi-Haus der Freien Universität Berlin hat den Titel ,,Latin American Antigones: from motherhood to sisterhood" (,,Antigone in Lateinamerika: von der Mutterschaft zur Schwesterlichkeit"). Darüber hinaus unterrichtet sie im Sommersemester eine Vorlesung sowie ein Seminar zur Gendertheorie.

Die Gleichstellung der Geschlechter und die Förderung der Geschlechterforschung ist seit mehr als drei Jahrzehnten im Selbstverständnis der Freien Universität verankert und deshalb auch zentraler Bestandteil ihres Zukunftskonzepts, mit dem die Universität in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder 2012 erneut erfolgreich gewesen ist.

Die Gastprofessur ,,Dahlem International Network Professorship for Gender Studies" wird im Rahmen des Zukunftskonzepts seit 2013 jährlich ausgeschrieben und an eine herausragende Wissenschaftlerin oder einen herausragenden Wissenschaftler auf diesem Gebiet vergeben. Die Professur unterstützt die Aktivitäten zur Verstärkung der internationalen Ausrichtung der Geschlechterforschung an der Freien Universität.

Im Wintersemester 2013/14 wurde sie mit der kanadischen Politikwissenschaftlerin und Lateinamerika-Expertin Professorin Dr. Verónica Schild von Western University London, Ontario, erstmals besetzt. Außerdem hatten die iranische Archäologin Leila Papoli Yazdi und die rumänische Gesundheitsexpertin Irina Catrinel Cr’ciun, die koranische Nachhaltigkeitsforscherin Pilwha Chang sowie die in Großbritannien lehrende Wirtschaftswissenschaftlerin Elisabeth Kelan die Professur inne.

Zeit und Ort der Antrittsvorlesung

  • Mittwoch, 30. Mai 2018, um 18 Uhr.
  • Topoi Villa Dahlem, Hittorfstraße 18, 14195 Berlin, U-Bahnhof Freie Universität / Thielplatz (U3).