Diabetes - der Blick hinter den Laborwert

Der Blick hinter den Laborwert und der Blick auf den Patienten: Um die Stoffwechselstörung Diabetes und die Folgeschäden dieser Erkrankung geht es in der vierten Veranstaltung der Reihe ,,Überlebensstrategien". Über die aktuelle Forschung dazu berichtet Peter Nawroth, Wissenschaftler an der Universität Heidelberg. Getragen wird die neue Reihe von den Heidelberger Sonderforschungsbereichen, in denen zentrale Fragen der molekularen Lebenswissenschaften bearbeitet werden; sie ist ein gemeinsames Projekt mit der Rhein-Neckar-Zeitung. Die Veranstaltung ,,Diabetische Spätschäden" findet am 14. Juni 2018 im Karlstorbahnhof statt und beginnt um 19.30 Uhr.

Wie überleben Lebewesen - vom Einzeller über Pflanzen und Tiere bis zum Menschen - unter widrigen Umständen und schwierigen Bedingungen? Mit der Reihe ,,Überlebensstrategien" suchen die lebenswissenschaftlichen Forscher der Universität Heidelberg das Gespräch mit der breiten Öffentlichkeit und haben dazu ein neues Format gewählt: Im Karlstorbahnhof in entspannter Lounge-Atmosphäre führen sie in ausgewählte Fragestellungen, Methoden und langfristige Ziele der molekularen Lebenswissenschaften ein. Redakteure der RNZ-Stadtredaktion gestalten die Gesprächsführung: Ihre Fragen und Perspektiven bilden die Brücke zum Publikum, das in den Dialog einbezogen wird. Die neun weiteren Veranstaltungen der Reihe mit musikalischer Begleitung durch Mitglieder des Collegium Musicum, des Universitätsorchesters, finden bis zum Juli kommenden Jahres jeden zweiten Donnerstag des Monats statt.

Peter Nawroth ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Endokrinologie, Stoffwechsel und Klinische Chemie am Universitätsklinikum Heidelberg und Sprecher des Sonderforschungsbereichs ,,Reaktive Metabolite als Ursache diabetischer Folgeschäden" (SFB 1118). Bislang konzentriert sich die Behandlung von Diabetes auf die Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Wie Studienergebnisse zeigen, reicht dies nicht aus, um diabetesbedingte Folgen wie Schäden an Organen und Nerven zu vermeiden. So verursachen bestimmte Nebenprodukte des Stoffwechsels, sogenannte reaktive Metabolite, diese Folgeschäden. Die Forscher wollen herausfinden, wie diese für die Körperzellen giftigen Stoffe bei Patienten mit Diabetes entstehen und auf welche Weise sie Spätschäden verursachen. Darauf aufbauend geht es auch um Therapieansätze. Weiterer Referent neben Prof. Nawroth ist Dr. Jakob Morgenstern, der seine Arbeit im Kontext des SFB 1118 vorstellt. Die Einführung und Moderation der Veranstaltung übernimmt Denis Schnur von der Stadtredaktion der Rhein-Neckar-Zeitung.

SFBs sind Forschungsverbünde, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert werden und sich aus 15 bis 20 Arbeitsgruppen zusammensetzen. Während Sonderforschungsbereiche in der Regel an einer Universität angesiedelt sind, verteilen sich die SFB/Transregio-Verbünde auf zwei oder drei Standorte. Projekte, die innerhalb eines SFB gefördert werden, behandeln eine übergreifende Fragestellung der Grundlagenforschung aus unterschiedlichen Perspektiven und mit unterschiedlichen Techniken über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren. An der Universität Heidelberg sind aktuell zwölf Sonderforschungsbereiche und SFB/Transregios mit lebenswissenschaftlichen Fragestellungen angesiedelt; eine weitere Initiative ist in Vorbereitung. Beteiligt sind Forscherinnen und Forscher aus den beiden Medizinischen Fakultäten, den Biowissenschaften, der Chemie und der Physik sowie Wissenschaftler aus den Partnereinrichtungen vor Ort und in der Region. Das Spektrum der Forschungsthemen reicht von Stammzellen und chronischem Schmerz über Hepatitis-Viren und Leberkrebs bis hin zur Haut als Sensor für Immunreaktionen. An der Universität Heidelberg gibt es über alle Disziplinen hinweg derzeit 22 Sonderforschungsbereiche und Transregio-Verbünde.