Langzeitbeobachtung der Treibhausgase in Europa

Wissenschaftler der Universität Göttingen stellen als Teil des Projekts ICOS ERI

Wissenschaftler der Universität Göttingen stellen als Teil des Projekts ICOS ERIC die Ergebnisse ihrer Messstation im Nationalpark Hainich in Thüringen zur Verfügung.

Forstwissenschaftler der Universität Göttingen an neuer europäischer Infrastruktur beteiligt
(pug) Treibhausgase stehen im Mittelpunkt eines neuen europäischen Infrastrukturprojekts mit Beteiligung der Universität Göttingen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des „Integrated Carbon Observation System“ (ICOS ERIC) analysieren Langzeitbeobachtungen des Kohlenstoffund Treibhausgaskreislaufs in Europa und stellen ihre Daten allen interessierten Nutzern zur Verfügung. Die Europäische Kommission möchte damit eine Wissensgrundlage zur Unterstützung der europäischen und globalen Anstrengungen zum Erreichen der Klimaschutzziele liefern.
ICOS ist eine weit verzweigte Forschungsinfrastruktur, die aufeinander abgestimmte europaweite Messungen des Kohlenstoffkreislaufs, der Treibhausgasemissionen sowie der atmosphärischen Konzentrationen der wichtigsten Treibhausgase liefert. Das Projekt integriert Beobachtungsnetze für die Atmosphäre, die Landökosysteme und die Meere und schafft so die Grundlage für eine vollständige europäische Kohlenstoffbilanz und deren Langzeitentwicklung. Standardisierte Messungen finden in ganz Europa statt – an Türmen und ökosystemmessstationen von der Arktis bis zum Mittelmeer sowie an Messplattformen im Ozean und auf Forschungsund Handelsschiffen im Nordatlantik und in der Ostsee.
Die Abteilung Bioklimatologie an der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen stellt als Teil des Projektbereichs ökosysteme die Ergebnisse ihrer Messstation im Nationalpark Hainich in Thüringen zur Verfügung. Die Forscherinnen und Forscher messen dort seit 1999 kontinuierlich die CO2-Aufnahme des alten, nicht bewirtschafteten Waldes. „Der Hainich ist einer der ältesten erfassten Bestände an temperierten Laubwäldern weltweit, und unsere Messungen bilden die zweitlängste Messreihe im deutschen Teil des ICOS-Netzwerks“, erläutert Abteilungsleiter Alexander Knohl. Mithilfe der langen, kontinuierlichen Messungen lassen sich langfristige Trends in der CO2-Aufnahme identifizieren und Einflüsse von klimatischen Extremereignissen wie der Trockenheit 2003 und des Spätfrostes 2011 untersuchen.
Gründungsmitglieder von ICOS sind neben Deutschland Belgien, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, Schweden und Finnland. Weitere Informationen sind im Internet unter www.icos-ri.eu zu finden.

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