Neuausrichtung der Informationsversorgung in NRW

Studie empfiehlt neues Modell der Informationsversorgung für wissenschaftliche Einrichtungen

In der Zeit bis 2025 wird die wissenschaftliche Informationsversorgung und damit die Informationstechnologie für die Wissenschaften immer wichtiger werden. Doch noch existieren unterschiedliche Technologien nebeneinander her. Manfred Thaller, der sich mit Anwendungen der Informatik auf die Geisteswissenschaften beschäftigt, möchte die bestehenden Brüche zwischen unterschiedlichen Technologieebenen überwinden. Zusammen mit seinen Kolleginnen Simone Görl und Johanna Puhl empfiehlt er deshalb eine Neuausrichtung der Informationsversorgung von Hochschulen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen. Die Studie wurde vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.

Die Wissenschaftler schlagen vor, die unabhängigen Informationsinfrastrukturen einzelner Hochschulen zu Gunsten eines Schichtenmodells aufzugeben, das alle Einrichtungen umfasst. Eine Reihe von Infrastrukturen und Dienstleistungen sollten in Zukunft landeseinheitlich betrieben werden. Bei der Mehrzahl wird die gemeinsame kooperative Bereitstellung für eine Gruppe einander sachlich oder räumlich nahestehender Hochschulen sinnvoll werden. Auch innerhalb der Hochschulen sollten die digitalen Angebote der einzelnen Einrichtungen zu einem Angebot der Hochschule insgesamt vorangetrieben werden. Die Wissenschaftler schlagen weiterhin vor, auf oberster Ebene einen Gesamtauftritt der wissenschaftlichen Einrichtungen des Landes zu realisieren, der insbesondere alle im weitesten Sinne bibliothekarischen Angebote zu einer integrierten Ressource zusammen fasst.

In ihrer Studie ,,Empfehlungen für die weitere Entwicklung der wissenschaftlichen Informationsversorgung des Landes NRW"stellen sie ein in sich konsistentes Modell für die zukünftige Informationsversorgung von Hochschulen in NRW vor. Ergänzend wird der landesweite und teilweise nationale sowie internationale Sachstand geschildert.

Die Wissenschaftler möchten mit ihrer Studie das jetzige Denken in Begriffen separater Einrichtungen durch die Konzeption einer gemeinsamen technischen Basisinfrastruktur ersetzen. Dies gilt sowohl innerhalb der Hochschulen, bei denen die Trennung der IT-Systeme einzelner Abteilungen aufgehoben wird, als auch zwischen den Hochschulen, die durch die Kooperation bei technischen Diensten, die unterhalb einer bestimmten Kapazität nicht effektiv betrieben werden können, erheblich gewinnen.
Sinnvollerweise sollten Themen wie eLearning und Open Access einheitlich im Rahmen eines Gesamtkonzepts der Informationsversorgung für Hochschulen geplant werden.

Nur eine erhebliche Professionalisierung der technischen Infrastruktur der Informationsversorgung der Hochschulen kann erreichen, dass sie neben Angebote wie Google bestehen kann. Und: Die öffentliche Hand sollte die von Ihr betriebenen Informationsinfrastrukturen als integriertes System verstehen, nicht als eine Ansammlung unkoordinierter Angebote. So die Studie.

Die Publikation kann als gedruckte Veröffentlichung (Softcover) bei ePubli (www.epubli.de) für 23,99 oder als elektronische Version (eBook) für 1,49 ¤ bezogen werden