sonstige pflichtversicherungen

sonstige pflichtversicherungen

Grundsätzlich gelten die deutschen Rechtsvorschriften über die Sozialversicherungspflicht für alle Angestellten in Deutschland. Das bedeutet, dass ausländische Arbeitnehmer ebenso dazu verpflichtet sind,  Sozialversicherungsbeiträge abzuführen wie deutsche Arbeitnehmer.

Die Rentenversicherung

Aktuell beträgt der Rentenbeitrag 18,7 % des Bruttolohns. Die Hälfte des Rentenbeitrags übernimmt der Arbeitgeber. Das gegenwärtige staatliche Rentensystem basiert auf dem Umlageverfahren, das bedeutet, dass die  jetzt Erwerbstätigen mit ihren Beiträgen an die Deutsche Rentenversicherung die heutigen Renten zahlen. Aktuell liegt das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren, wir aber stufenweise auf 67 Jahre (im Jahr 2029) erhöht.

Ausländische Arbeitnehmer sind bei einer Beschäftigung in Deutschland nach den deutschen Rechtsvorschriften zu versichern. Beschäftigungszeiten in Deutschland werden für die Rente angerechnet. Ein Anspruch auf eine  Regelaltersrente gibt es jedoch erst, wenn die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt ist. Ist dies nicht gegeben, besteht aber in der Regel ein Anspruch auf Erstattung der Beiträge. Hat der Arbeitnehmer auch Versicherungszeiten in einem anderen Mitglied- oder Abkommensstaat erworben, können neben den deutschen Zeiten auch die ausländischen Versicherungszeiten berücksichtigt werden, um die Voraussetzungen für die Rente zu erfüllen.

Die Unfallversicherung

Wenn Sie als Ausländer in einem deutschen Unternehmen angestellt sind, sind Sie automatisch über den Arbeitgeber gesetzlich Unfallversichert. Der Arbeitgeber zahlt den kompletten Beitrag. Der Versicherungsschutz  erstreckt sich auf Arbeits- und Wegeunfälle sowie Berufskrankheiten. Arbeitsunfälle sind Unfälle, die Versicherte bei ihrer Arbeit und auf Dienstwegen erleiden. Wegeunfälle sind Unfälle, die sich auf dem direkten Weg zur Arbeit oder zurück ereignen. Berufskrankheiten sind Krankheiten, die sich der Versicherte durch eine berufliche Tätigkeit zugezogen hat.

Die Pflegeversicherung

 Die Pflegeversicherung ist die fünfte Säule der Sozialversicherung und sichert  gegen das Risiko einer Pflegebedürftigkeit ab. Der Beitrag zur Pflegeversicherung beträgt aktuell 2,35% des Bruttoeinkommens. Auch hier übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge. Jeder gesetzlich Versicherte ist automatisch Mitglied der gesetzlichen Pflegeversicherung. Wenn Sie die Voraussetzungen für eine private Krankenversicherung erfüllen (siehe private Krankenversicherung) können Sie sich auch privat pflegeversichern.

Geld oder andere Hilfeleistungen von der Pflegekasse kann jeder beantragen, der durch Krankheit oder Behinderung voraussichtlich mindestens sechs Monate lang Hilfe bei bestimmten Tätigkeiten im Alltag benötigt.