Zentrum für Islamische Theologie stärkt Beziehung zu Ägypten

Mouhanad Khorchide (links) tauscht sich mit dem ägyptischen Religionsministers

Mouhanad Khorchide (links) tauscht sich mit dem ägyptischen Religionsministers Mohammed Mokhtar Guma über zukünftige Kooperationen aus. © Mouhanad Khorchide

Mouhanad Khorchide hält Rede zur Eröffnung der "Internationalen Akademie für die Ausbildung von Imamen und Seelsorgern" in Kairo

Das Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) intensiviert seine Beziehung zu ägypten: Anlässlich der Eröffnung der neu gegründeten „Internationalen Akademie für die Ausbildung von Imamen und Seelsorgerinnen und Seelsorgern“ war Mouhanad Khorchide, Leiter des ZIT, jetzt auf Einladung des ägyptischen Religionsministers Dr. Mohammed Mokhtar Guma zu Gast in Kairo. Konkrete Maßnahmen für eine nachhaltige Kooperation zwischen dem ZIT und der Internationalen Akademie beinhalten unter anderem eine bereits finalisierte Konzeption für einen gemeinsamen Zertifikatskurs zur Weiterbildung von ägyptischen und ausländischen Imamen. Darüber hinaus ist ein Austausch von Dozenten und ägyptischen Studierenden geplant, um die theologischen Konzepte und Ansätze eines barmherzigen und weltoffenen Islam am ZIT kennenzulernen. Dadurch sollen sowohl die aufgeklärten und fortgeschrittenen Ansichten in die Kurs-Curricula der Internationalen Akademie eingebunden als auch zukünftige Reformen in ägypten geprägt werden.

Seine Konzepte und Ansichten thematisierte Mouhanad Khorchide in seiner Rede bei der Eröffnungsfeier, die im ägyptischen Fernsehen live übertragen wurde. Er betonte, dass es nicht reiche, den Extremismus und den politischen Islam zu kritisieren und fundamentalistische Auslegungen des Islams zu widerlegen. Er sprach sich für ein alternatives Verständnis eines aufgeklärten und weltoffenen Islams aus, der die Menschen in ihrem Alltag erreiche und die theologischen Grundlagen für ein friedliches Miteinander der verschiedenen Religionen und Weltanschauungen biete. Er unterstrich zudem, dass es notwendig, die Gott-Mensch-Beziehung als Liebesbeziehung hervorzuheben, in der die Freiheit jedes Menschen zum Tragen komme. „Immer mehr junge Menschen haben ein Problem mit einem restriktiven Gottesbild, das die Menschen mit Mitteln der Angst zu sich ruft. Diese Angst-Pädagogik verursacht, dass sich immer mehr junge Menschen von der Religion verabschieden - Muslime müssen den Anschluss an die eigene Geschichte wiederfinden.“

Der ägyptische Religionsminister lobte in seiner Rede die WWU für die Errichtung und den Ausbau des ZIT. Man verfolge schon lange die theologischen Studien des ZIT und hoffe auf eine enge Kooperation mit der WWU. Er betonte die besondere Rolle der Arbeit für einen barmherzigen und aufgeklärten Islam von Mouhanad Khorchide: „Die internationale Akademie ist bereit, Mouhanad Khorchide in seiner Arbeit tatkräftig zu unterstützen, um seiner Sicht des Islams möglichst viel Raum zu bieten.“

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