Nach Räumung: Universität verlagert Lehrveranstaltungen in die Römerstraße

Hauptgebäude der Uni Bonn 
                 Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Hauptgebäude der Uni Bonn Foto: Volker Lannert/Uni Bonn



Am Montag, 7. Januar, beginnen an der Universität Bonn wieder die Lehrveranstaltungen. Für einige Hundert Studierende und ihre Dozenten bringt das neue Jahr auch einen Ortswechsel mit sich: Weil das 3. Obergeschoss des Hauptgebäudes seit dem 2. Januar aus Brandschutzgründen für den Forschungsund Lehrbetrieb geschlossen ist, müssen viele Vorlesungen, Seminare und Übungen kurzfristig verlegt werden. Einige Lehrveranstaltungen sollen dazu in das Uni-Gebäude in der Römerstraße 164 ausweichen; für einen schnellen Transfer dorthin wird ein Busshuttle sorgen.


Der Bauund Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW hatte als bauaufsichtliche Behörde kurz vor Weihnachten die Räumung des Dachgeschosses des Hauptgebäudes verfügt - auf Basis einer Neubewertung der dortigen Brandschutz-Situation. Betroffen von der Sperrung sind fast 100 Räume, 150 Beschäftigte und über 400 Studierende der geisteswissenschaftlichen Fakultäten.

Die Räume sind mittlerweile verschlossen und nur noch in Ausnahmefällen in Begleitung des Uni-Sicherheitsdienstes betretbar - etwa um persönliche Dinge aus den geschlossenen Büros zu holen. Darüber hinausgehende Interimslösungen zur Aufrechterhaltung eines geregelten Unibetriebs, die eine teilweise Nutzung der jetzt gesperrten Räumlichkeiten erfordern, bedürfen der Zustimmung des BLB als zuständiger Behörde. Dazu zählen insbesondere der Zugang zu den Bibliotheksräumen und die Nutzung einiger Büros.

Ausweichquartier in der Römerstraße

Rund 200 Lehrveranstaltungen pro Woche sollten bis zum Semesterende noch in den nun gesperrten Räumen stattfinden. Während es den beiden theologischen Fakultäten gelungen ist, alle geplanten Lehrveranstaltungen in andere Räume innerhalb des Hauptgebäudes zu verlagern, wird die Philosophische Fakultät den Altbau der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in der Römerstraße 164 in Anspruch nehmen. Das Ausweichquartier wurde vor kurzem noch von der Informatik und den Ernährungsund Lebensmittelwissenschaften genutzt, die inzwischen in Neubauten auf dem Campus Poppelsdorf eingezogen sind.

Das Dezernat für Liegenschaften hat in der Römerstraße zehn Räume für Lehrveranstaltungen hergerichtet, die die nun gesperrten Räume im Hauptgebäude ersetzen. Die Tische und Stühle aus den geschlossenen Seminarräumen wurden kurzfristig mit Hilfe eines Umzugsunternehmens in das Ausweichquartier transportiert und Schilder aufgestellt, damit die Studierenden und Lehrenden vor Ort zu ihren Räumen finden. Für den schnellen Transfer vom Hauptgebäude und vom Campus Poppelsdorf in die Römerstraße und zurück wird ein Busshuttle-Dienst sorgen.

Bibliotheken: Büchernutzung weiter ermöglichen

Von der Sperrung betroffen sind auch Präsenzbibliotheken. Die Universitätsverwaltung erarbeitet derzeit mit der Universitätsund Landesbibliothek ein Konzept, wie die Büchernutzung weiter ermöglicht werden kann. Hierzu könnten die bisherigen Räume für die Entnahme und Rückgabe von Literatur zugänglich gemacht werden, bis der Umzug in die Römerstraße erfolgt. Zusätzlich könnte auf Präsenzbereiche in nicht von der Sperrung betroffenen Bibliotheken im Hauptgebäude ausgewichen werden. Der Zugang zu den bisherigen Bilbliotheksräumen muss von Sachverständigen des BLB geprüft und genehmigt werden.

Heimarbeit als mögliche Alternative für gesperrte Büros

Zum 2. Januar wurden auch rund 70 Büroräume gesperrt. Die davon betroffenen Beschäftigten sollen übergangsweise in anderen Räumen untergebracht werden. Wenn nötig und sinnvoll, kommt als Alternative auch Heimarbeit in Betracht. Für Beschäftigte in Heimarbeit besteht entsprechender Versicherungsschutz. Weitere Informationen können die zuständigen Personalabteilungen geben. Es wird darüber hinaus geprüft, ob einige wenige Büros vorbehaltlich der Genehmigung durch den BLB bis zum Umzug genutzt werden können.

Alle Maßnahmen werden mit betroffenen Fakultäten abgestimmt. Studierendenschaft und Personalvertretungen sind informiert und in den laufenden Planungsprozess einbezogen.


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