Was tun, wenn unwillkürlich Urin abgeht

Patientenkolloquium des Universitätsklinikums Bonn am 14. Februar:

Patientenkolloquium des Universitätsklinikums Bonn am 14. Februar: (von links) Eva-Katherina Egger und Ruth Kirschner-Hermanns geben einen Überblick die Volkskrankheit Inkontinenz; © Rolf Müller / UK Bonn

Patientenkolloquium des Universitätsklinikums Bonn rund um die Volkskrankheit Inkontinenz



Im Rahmen des regelmäßig stattfindenden Patientenkolloquiums ,,Uni-Medizin für Sie - Mitten im Leben" lädt das Universitätsklinikum Bonn zu einem Informationsabend ein. Unter dem Motto ,,Urogynäkologie - was tun, wenn gelegentlich unwillkürlich Urin abgeht?" geben Vorträge einen Überblick rund um Inkontinenz und deren Vorbeugung, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Die kostenlose Veranstaltung findet am Donnerstag, 14. Februar, ab 18 Uhr im Hörsaal des Biomedizinischen Zentrums (BMZ), Sigmund-Freud-Straße 25, auf dem Venusberg statt.


Obwohl in Deutschland etwa acht Millionen Menschen an Blasenschwäche leiden, ist Inkontinenz ein Tabuthema. Viele Betroffene behalten ihr Problem für sich, weil sie sich schämen und alleine fühlen. Kinder wollen nicht mehr bei Freunden übernachten, Erwachsene, die bei Bewegung Urin verlieren, machen keinen Sport mehr und Frauen mit starken Beschwerden einer Gebärmuttersenkung haben Angst durch eine Operation inkontinent zu werden. ,,Ein ungewollter Urinverlust oder eine Senkung können die Lebensqualität einer Patientin weit mehr einschränken als ein gebrochenes Bein. Denn jede Alltagssituation - wie Lachen, das partnerschaftliche Zusammensein oder Ausflüge - können durch den ungewollten Urinverlust zu einem gefühlten Problem werden", sagt Eva-Katherina Egger, Oberärztin in der Abteilung für Frauenheilkunde und gynäkologische Onkologie des Universitätsklinikums Bonn. Bei älteren Menschen führt Inkontinenz oft zur sozialen Vereinsamung und viele verlassen ihre Wohnung selten. Angehörige fühlen sich bei Familienmitgliedern mit Inkontinenz mit der Betreuung überfordert. Nicht selten folgt die Einweisung in ein Heim.

Inkontinenz ist nicht gleich Inkontinenz

Blasenschwäche ist ein weit verbreitetes Problem, sollte aber auch bei Frauen nach Geburten, nach Operationen im kleinen Becken oder bei Männern nach einer Operation der Prostata nicht einfach hingenommen werden. Da Inkontinenz nicht gleich Inkontinenz ist, muss die Erkrankung individuell untersucht und behandelt werden. ,,Der entscheidende Vorteil des Bonner interdisziplinären Kontinenzund Beckenbodenzentrums ist es, dass hier Fachärzte aus verschiedenen Disziplinen eng miteinander zusammen arbeiten", betont Ruth Kirschner-Hermanns, Leiterin des Kontinenzund Beckenbodenzentrums am Universitätsklinikum Bonn und am Rehabilitationszentrum ,,Godeshöhe". Der Gang zum Arzt sei wichtig. ,,Denn eine exakte Diagnose ist entscheidend, und wie auch immer diese ausfällt: Alle Inkontinenzformen sind behandelbar und nicht immer ist eine Operation notwendig."

Lebensqualität spielt eine zentrale Rolle

Oberärztin Dr. Eva-Katherina Egger
Abteilung für Frauenheilkunde und gynäkologische Onkologie
Universitätsklinikum Bonn
Telefon: 0228/287 15447
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