Vertragsunterzeichnung zur Erforschung römischen Lebens am Niedergermanischen Limes

Unterzeichnen den Kooperationsvertrag zum Projekt: - Ulrike Lubek, Direktorin de
Unterzeichnen den Kooperationsvertrag zum Projekt: - Ulrike Lubek, Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland, und Andreas Zimmer, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Bonn. © Foto: Uwe Weiser Alle Rechte vorbehalten!
Das Projekt ist auf Langfristigkeit angelegt: Die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und Künste fördert es in den nächsten 18 Jahren mit rund zehn Millionen. Zum Vorhaben ,,Limes und Legion. Die Wirkmächtigkeit römischer Militärpräsenz am Niedergermanischen Limes, Edition und Interpretation archäologischer Quellen" haben nun Ulrike Lubek, Direktorin des Landschaftsverbandes Rheinland, und Andreas Zimmer, Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität Bonn, den Kooperationsvertrag im LVR-LandesMuseum Bonn unterzeichnet. 

Beteiligt sind neben der Vorund Frühgeschichtlichen Archäologie der Universität Bonn die Ludwig-Maximilians-Universität München und das LVR-LandesMuseum Bonn. Das Projekt wird in Kooperation mit der Radboud Universiteit Nijmegen und in enger Abstimmung mit dem LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland durchgeführt.

Die vier römischen Legionsstützpunkte in Bonn, Neuss, Xanten und Nijmegen tragen noch immer ungeborgene Wissensschätze über das facettenreiche Leben der Römer am Niederrhein in sich. Diese zu entschlüsseln und für nächste Forschergenerationen zu bewahren, ist Ziel eines Teams unter der Federführung des Archäologen Jan Bemmann von der Universität Bonn. An den vier Legionsstandorte wird teils seit fast zwei Jahrhunderten gegraben. Eine umfassende und vergleichende Bearbeitung des Fundmaterials und dessen Edition steht jedoch bis heute aus, da bislang die notwendigen personellen Kapazitäten nicht vorhanden waren.


,,Das Vorhaben bewegt sich auf der spannenden Schnittstelle von hochmoderner digitaler Forschung und Kulturerhalt", sagt Projektleiter Jan Bemmann von der Abteilung Vorund Frühgeschichtliche Archäologie der Universität Bonn. Legionslager, deren Truppen in der frühen Kaiserzeit noch aus den mediterranen Kerngebieten stammten, waren eine Art Mikrokosmos Roms. Gut erkennen lässt sich dies beispielsweise an den stadtähnlichen Militäranlagen, der Ernährungsweise oder auch den Importen. ,,Und auch wenn die Forschung nicht bei null beginnt, lässt sich bislang Etliches nur erahnen", sagt Bemmann, Mitglied der Transdisziplinären Forschungsbereiche ,,Individuals and Societies" und ,,Present Pasts" sowie Principal Investigator am Exzellenzcluster Bonn Center for Dependency and Slavery Studies der Universität Bonn.

Dank moderner geophysikalischer Prospektionsverfahren und neuer Möglichkeiten der Fernerkundung stellten sich die in der älteren Forschung häufiger als Inseln betrachteten Legionslager inzwischen als Zentren eines dicht bebauten und intensiv genutzten Umlandes dar, so der Wissenschaftler weiter. Neue naturwissenschaftlichen Analysemethoden erlauben Einblicke in die Ernährungsgewohnheiten, Gesundheit und Mobilität der Bewohner. Die in über 150-jähriger Sammlerund Ausgrabungstätigkeit gewonnenen Materialien zu den Legionslagern und ihrem Umland sollen nun erstmalig vollständig wissenschaftlich analysiert werden.



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