Nachhaltige Gestaltung von Agrarlandschaften

Großflächiges Verbundprojekt -Kooperativ- startet in Südniedersachsen

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Intensivere Landwirtschaft führt in der Regel zu weniger Artenvielfalt und gefährdet wichtige Ökosystemleistungen. Ein Instrument der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union sind sogenannte Agrarumweltmaßnahmen (AUM), die landwirtschaftliche Produktion und Biodiversität in Einklang bringen sollen. Ihre Wirksamkeit ist allerdings umstritten, auch weil sie meist auf einzelnen und teilweise isolierten Flächen umgesetzt werden, während die Förderung vieler Arten Maßnahmen auf größeren räumlichen Ebenen erfordert. In Südniedersachsen untersuchen die Universitäten Göttingen und Rostock sowie das Landvolk Northeim-Osterode die großräumige Wirkung von gemeinschaftlich angelegten AUM, ihre Ökonomische Bedeutung für die landwirtschaftlichen Betriebe und Strukturen, die die Umsetzung von kooperativen AUM auf Landschaftsebene fördern. Das Bundesamt für Naturschutz und das Bundesumweltministerium fördern das Projekt -Kooperativ- fünf Jahre lang mit insgesamt rund 2,4 Millionen Euro im Bundesprogramm Biologische Vielfalt.

Der innovative Ansatz des Projekts zielt auf eine kooperative und nachhaltige Gestaltung von Agrarlandschaften ab. -Durch Kooperation und Teilhabe wollen wir gemeinschaftliches Denken und Handeln fördern und lösungsorientiertes Fachwissen generieren-, erläutert Projektkoordinator Dr. Stefan Schüler von der Universität Göttingen. -Im Projekt bringen wir die verschiedenen Akteurinnen und Akteure aus landwirtschaftlichen Betrieben, dem Naturschutz, Gemeindeverwaltungen und der Wissenschaft zusammen-, ergänzt Dr. Annika Hass, die als Agrarökologin an der Universität Göttingen vor allem die Biodiversität und Ökosystemleistungen im Projekt untersucht.

Die Projektregion liegt im Landkreis Northeim in Südniedersachsen, wo 41 landwirtschaftliche Betriebe mit Unterstützung von neun Gemeinden und mehreren Naturschutzverbänden schon 2023 rund 250 Hektar mehrjährige Blühflächen eingerichtet haben. -In den kommenden fünf Jahren untersuchen wir, wie sich die Artenvielfalt von Vögeln, Bienen und Laufkäfern verändert und ob es Steigerungen der Ökosystemleistungen Bestäubung und biologische Schädlingskontrolle gibt-, so Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität & Agrarökologie an der Universität Göttingen.

Zudem analysieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie kooperative AUM kosteneffizient und dauerhaft umgesetzt und wie kooperative Maßnahmen durch lokale Institutionen gefördert werden können. -Nach drei Jahren intensiver Vorarbeit haben sich bereits viele Kooperationen zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben, der Verwaltung und den beteiligten Universitäten etabliert, die eine wichtige Voraussetzung für dieses Projekt sind-, ergänzt Manuel Bartens, Geschäftsführer beim Landvolk Northeim-Osterode.

Weitere Informationen sind unter www.uni-goettingen.d­e/kooperat­iv/projekt zu finden.