Mit Wissenstransfer auf den globalen Klimawandel aufmerksam machen

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Die Ortsgruppe Münster der Initiative ,,Scientists for Future’ setzt sich

Die Ortsgruppe Münster der Initiative ,,Scientists for Future’ setzt sich mit verschiedenen Aktionen und Projekten für mehr Nachhaltigkeit ein. © Privat

Wissenschaftler der Universität Münster engagieren sich in der Initiative "Scientists for Future" - ein Gastbeitrag von Clemens Leonhard

Wenn man sich die Erderwärmung der vergangenen 150 Jahre anschaut, wird deutlich, dass wir rasch und konsequent handeln müssen, um sie zu begrenzen, das Massenaussterben von Tierund Pflanzenarten aufzuhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und kommende Generationen zu gewinnen. Deswegen haben die Initiative ’Scientists for Future“ (s4f) und die Ortsgruppe Münster viel zu tun. Die ehrenamtliche Arbeit wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster unterstützt.

s4f Münster hat zwei Ziele. Erstens gilt es mit eigener Forschung und/oder politischem Engagement Mittel und Wege vorzuschlagen, die helfen, die schädlichen Konsequenzen des globalen, europäischen, deutschen, münsterschen Lebens, Produzierens und Verbrauchens zu dämpfen. Zweitens soll diese Aktivität eine wissenschaftliche Transferleistung sein. Als solche strebt sie nicht nur innerhalb der Wissenschaft um Anerkennung. Ich hoffe auch, dass es ihr gelingt, die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit der gesamten Gesellschaft als glaubwürdig und verlässlich zu empfehlen.

Thematisch beschäftigen wir uns zum Beispiel mit der Sammlung von Vorschlägen zu einer klimaneutralen und für die Region nützlichen Umwidmung der großen Anlagen des Flughafens Münster-Osnabrück. Während sich bei der großen freien Fläche eine Solarenergieanlage anbietet, könnten Parkhäuser mit dem selbst produzierten Strom für ’vertikale Landwirtschaft“ (vertical farming) genutzt werden.

Weitere aktuelle Aktivitäten sind derzeit: Gespräche mit den Ratsfraktionen und anderen politischen Entscheidungsträgern der Stadt Münster über die Umsetzung von klimarelevanten Zielen in ihren Wahlprogrammen; die Anpassung der demokratischen Instrumente zur Erhöhung der Beteiligung von Bürgern an Entscheidungen zu klimarelevanten politischen Maßnahmen; Dialog mit dem Gebäudemanagement der WWU über eine Verbesserung der Klimabilanz der universitären Grünflächen.

s4f Münster ist eine bisher und weiterhin für Interessentinnen und Interessenten offene Gruppe. Selbstverständlich stellt der globale Klimawandel in unterschiedlichem Maß Herausforderungen an einzelne akademische Felder zwischen Physik und Jura, Landschaftsökologie und Politik. Für s4f ist allerdings klar, dass Klimapolitik längst zu einem gesellschaftlichen und damit interdisziplinären Querschnittsthema geworden ist.

Ich bin mit der Arbeit von s4f Deutschland näher in Berührung gekommen, als ich 2019 beschloss, nach einem diesbezüglichen Aufruf eine Veranstaltung an der WWU diesem Thema zu widmen. Dabei schien es so zu sein, dass sich die herkömmlichen Themen meines Fachs, der katholischen Theologie, nicht unmittelbar als Gegenstand der Klimaproblematik aufdrängten. Es war mir aber schnell klar, dass mein akademischer Zugang und meine Kernthemen in einem guten Sinn durch die aktuellen Entwicklungen ’in Frage gestellt“ sind. So sind in der Ortsgruppe Mitglieder und Absolventinnen und Absolventen aller universitären Fächer und Disziplinen willkommen. Außerdem ist interdisziplinärer Austausch immer spannend.

Die Ortsgruppe Münster traf sich zum ersten Mal im Mai 2019. Als an den derzeit digitalen Treffen beteiligte Forschende unterstützen wir die Charta von s4f Deutschland. In der Gruppe sind oder waren Angehörige der WWU oder der anderen Hochschulen Münsters und sehen das lokale Zentrum ihrer wissenschaftlichen und/oder politischen Tätigkeit und Anliegen im Raum Münster. Alle Mitglieder bestimmen selbst Nähe und Distanz zur Gruppe - und damit Häufigkeit der Teilnahme an Treffen und das Ausmaß ihrer Mitarbeit mit der Gruppe. Die Treffen dienen dem Austausch über die wissenschaftliche und politische Tätigkeit der Mitglieder und Arbeitsgruppen und der Planung und Abstimmung gemeinsamer Aktivitäten.

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