Max-Planck-Präsident stellt Hilfspaket für die Ukraine im Senat vor

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Stand with Ukraine: Eine Demonstrantin hält auf einer Demonstration ein Schild i

Stand with Ukraine: Eine Demonstrantin hält auf einer Demonstration ein Schild in die Höhe. © Edoardo Ceriani / Unsplash

,,Seit dem 24. Februar 2022 hat sich meine Lebensgeschichte in zwei Teile geteilt: den Teil, in dem ich dachte, dass der Krieg nie wieder an die Türen von Odessa klopft, und den Teil, in dem die Tage mit Luftschutzsirenen, Explosionen, Bombern, Ausgangssperren, Angst, Wut, Tränen, Gebeten und Kampfgeist gefüllt sind." Mit dieser Schilderung einer Max-Planck-Alumna eröffnete Martin Stratmann seinen Bericht im Senat, in dem er noch einmal die eindeutige Positionierung der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zugunsten der Ukraine betonte. Als internationale Wissenschaftsorganisation sieht sich die MPG aber auch vor besonderen Herausforderungen - so hat sie alleine über 400 Mitarbeitende aus der Ukraine und aus Russland in ihren Reihen.

In den ersten Wochen nach Kriegsbeginn in der Ukraine erreichten die MPG vor allem Anfragen zu Unterbringungsmöglichkeiten in den Gästehäusern der Max-Planck-Institute. In Rückkopplung mit ihren Zuwendungsgebern hat die MPG sehr schnell und pragmatisch entschieden, aus der Ukraine geflüchteten Menschen mit MPG-Bezug eine, wenn nötig auch kostenfreie temporäre Unterbringung in ihren Gästehäusern zu ermöglichen. Im Senat wurde nun ein darüber hinaus gehendes Hilfspaket vorgestellt. So hat die MPG einen Sonderfonds über zunächst eine Million Euro eingerichtet, um Anschlussverträge für befristet beschäftigte ukrainische Mitarbeitende an den Max-Planck-Instituten zu finanzieren sowie Stipendien für die Aufnahme weiterer geflüchteter Gastund Nachwuchswissenschaftlerinnen aus der Ukraine. Die MPI können diese Mittel im Bedarfsfall beantragen. Schon jetzt haben eine Reihe von Instituten ihr Gästeprogramm mit Eigenmitteln ausgebaut und bieten zusätzliche Fellowships für die kommenden Monate an. Staatssekretär Thomas Sattelberger vom BMBF bedankte sich bei der Max-Planck-Gesellschaft dafür, dass sie geflüchtete Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine unterstützt.

Der Präsident berichtete, dass die MPG auch bereits Kontakt zur Ukrainischen Akademie der Wissenschaften aufgenommen habe. Man stehe im Austausch über ein gemeinsames Memorandum of Understanding. Trotz der aktuell wirklich schwierigen Bedingungen wird über mittelund langfristige Unterstützungsmöglichkeiten für die Wissenschaft in der Ukraine nachgedacht. Mit der Einrichtung von Partnergruppen für ehemalige ukrainische Postdoktorandinnen und Postdoktoranden hätte die MPG ein bewährtes Instrument für den Aufbau institutioneller Netzwerke. Sie wäre darüber hinaus bereit, sich bei der wissenschaftlichen und administrativen Umsetzung eines ,,Dioscuri"-ähnlichen Programms in der Ukrainie zu engagieren.

Die Kooperationen mit staatlichen Institutionen in Russland und Belarus wurden bis auf weiteres eingefroren. Das trifft in der MPG insbesondere große Kooperationsprojekte mit Russland wie FAIR, Icarus, eRosita, ZOTTO und ExoMars. Thomas Sattelberger kündigte einen runden Tisch mit Vertretern der Wissenschaft an, um über den weiteren Umgang mit diesen internationalen Großprojekten zu beraten. Grundsätzlich Überwog im Senat die Haltung, individuelle Kontakte mit russischen Forschenden nicht ganz abreißen zu lassen.

150 Nobelpreisträger*innen verschiedenster Disziplinen rufen angesichts des von russischem Boden ausgehenden Krieges in der Ukraine zum Frieden auf. Dazu haben sie eine Deklaration unter­zeichnet, die von der Max-Planck-Gesellschaft initiiert wurde und die von den Lindauer Nobelpreisträgertagungen unterstützt wird


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