Kohlendioxid aus Emissionen nutzen

Dieses Team treibt das DIACAT-Projekt voran. Vorne links Projektkoordinatorin An

Dieses Team treibt das DIACAT-Projekt voran. Vorne links Projektkoordinatorin Anke Krueger, Chemieprofessorin an der Uni Würzburg. ( Institut für Organische Chemie / Universität Würzburg)

Europa sucht seine besten Innovationen. Nominiert ist auch ein Projekt, das auf die Nutzung von Kohlendioxid abzielt und von der Uni Würzburg koordiniert wird. Wer ihm ins Finale helfen will, kann bis 26. August für das Projekt abstimmen.

Der steigende Kohlendioxid-Gehalt in der Atmosphäre ist für den Klimawandel mitverantwortlich. Die CO2-Emissionen reduzieren, Wälder aufforsten - aktuell werden mehrere Ansatzpunkte diskutiert, wie man das klimaschädliche Gas in umweltfreundlicher Art und Weise wieder auf normale Werte zurückschrauben könnte.

Auf dieses Ziel arbeitet auch das Team von Professorin Anke Krueger am Institut für Organische Chemie der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg hin. Die Idee: CO2 aus Industrie-Emissionen abfangen und es nutzen - für die Synthese von Feinchemikalien und Kraftstoffen auf Kohlenwasserstoffbasis. So könnte CO2 in Verwertungskreisläufe gebracht werden.

,,Wir entwickeln eine völlig neue Technologie, bei der CO2 an der Oberfläche von Diamantmaterialien mit Hilfe von Wasser und Licht ,eingefangen’ und als Ausgangsstoff für chemische Synthesen nutzbar gemacht wird", sagt die Würzburger Professorin. Das Projekt ist schon weit fortgeschritten: Ein erster Mikroreaktor im Labormaßstab wird voraussichtlich Ende 2019 fertiggestellt sein.

Erster Auswahlschritt ist ein öffentliches Voting

Dieser Fortschritt ist im europäischen Projektverbund DIACAT gelungen, den Anke Krueger koordiniert und der von der Europäischen Union (EU) finanziert wird. Nun hat die EU den Verbund für den Wettbewerb ,,Innovation Radar" nominiert, in dem Europas hochkarätigste Innovationen gesucht werden.

36 Projekte stehen zu einer öffentlichen Online-Abstimmung. Sie läuft bis Montag, 26. August 2019. Nur die Projekte mit den meisten Stimmen kommen weiter ins Finale. Jeder kann mitmachen, der Beitrag DIACAT der Uni Würzburg ist in der Kategorie "Women-led innovations" zu finden.

Zum Voting für DIACAT

Raus aus dem Labor, rein in den Markt

Zwölf Finalisten werden aus der öffentlichen Abstimmung hervorgehen. Sie treten dann am 25. September 2019 bei den ,,Research and Innovation Days" in Brüssel vor eine Jury. Dort müssen sie in drei Minuten darlegen, wie sie mit ihrer Innovation ,,raus aus dem Labor und rein in den Markt" wollen. Die jeweils besten Präsentationen aus den vier Kategorien werden schließlich mit dem Innovation Radar Prize 2019 ausgezeichnet.

Wann DIACAT seine Neuerung auf den Markt bringt? ,,Noch sind wir in einem frühen Stadium", sagt Anke Krueger. ,,Wir müssen die Technologie auf eine industriell relevante Größe weiterentwickeln und ihren Lebenszyklus gründlich analysieren." Dies werde vermutlich in einem weiteren öffentlich geförderten Projekt geschehen, an dem Industriepartner beteiligt sind.

Die Technologie solle vorrangig denjenigen Industrien vorgeschlagen werden, die die meisten CO2-Emissionen verursachen - der Zement-, Eisenund Stahlindustrie. Die chemische Industrie dürfte ebenfalls interessiert sein, weil sie Kohlenwasserstoffe und deren Derivate derzeit aus fossilen Ressourcen herstellt. Dort könne man sicher eine nachhaltigere Lösung gebrauchen.


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