’Kapitalmärkte zeigen Schwarmintelligenz’

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Finanzmarktexperte Christoph Kaserer erklärt, warum sich die Börsenkurse so schn

Finanzmarktexperte Christoph Kaserer erklärt, warum sich die Börsenkurse so schnell erholten. Bild: ediundsepp

Covid-19 Lecture am 14. Juli zu den Folgen für die Aktienmärkte

Warum haben sich die Aktienkurse während der Corona-Pandemie so schnell erholt? Welche Erkenntnisse konnte die Forschung in der Krise über die Finanzmärkte gewinnen? Im Interview gibt Prof. Christoph Kaserer einen Einblick in seine öffentliche Covid-19 Lecture, die er am Mittwoch, 14. Juli, um 18.15 Uhr online hält.

Das Erstaunen war groß, als sich die Aktienkurse nach einem Absturz zu Beginn der Pandemie schon nach wenigen Wochen wieder erholten.

Den Kapitalmärkten wird ja oft der Vorwurf gemacht, dass sie extrem kurzfristig denken. In der Krise hat sich gezeigt, dass sie im Gegenteil eine langfristige Perspektive einnehmen. Die Einschätzung war: Es handelt sich um eine Naturkatastrophe, und die kann man Überwinden. Hier liegt auch der Unterschied zur Finanzkrise 2008, als monatelang unklar war, welche langfristigen Folgen sie für das Wirtschaftssystem haben würde. Entsprechend langsam haben sich auch die Aktienkurse erholt.

Viele Ökonominnen und Ökonomen waren sich dagegen nach acht Wochen nicht sicher, ob die Wirtschaft die Pandemie halbwegs gut Überstehen würde.

Die Kapitalmärkte sind ein gutes Beispiel für Schwarmintelligenz. Dort treten ja nicht nur einzelne Akteurinnen und Akteure auf, sondern Millionen. Deren Erwartungen zur Wirtschaftsentwicklung ergeben ein Gesamtbild, das sich vergangenes Jahr als deutlich treffender gezeigt hat als so manche Einzelprognose. Natürlich gibt es Unterschiede je nach Branche und natürlich hätte auch diese Einschätzung durch unvorhersehbare Ereignisse wie eine besonders gefährliche Mutation des Virus gekippt werden können. Unter dem Strich aber haben sich die Erwartungen der Anlegerinnen und Anleger bestätigt.

Sie zeigen, dass wir nicht nur mit dem Aktienmarkt die Krise beobachten, sondern auch anhand der Krise etwas über den Markt lernen konnten.

Ein Beispiel dafür ist die Diskussion über die immer beliebter werdenden ETFs, also Fonds, die einen Börsenindex nachbilden, ohne von Managerinnen und Managern betreut zu werden. Das Argument der Fondsindustrie war stets: Es fallen zwar keine Gebühren an, aber ETFs sind unsicherer als gemanagte Fonds, weil die Managerinnen und Manager in einer Krise schnell reagieren und Verluste minimieren können. Ob das stimmt, war nicht so leicht zu untersuchen, weil es ja glücklicherweise nicht jedes Jahr eine große Krise gibt. Nun hat sich in den sechs bis acht Wochen von Februar bis April 2020 gezeigt: Gemanagte Fonds haben deutlich schlechter abgeschnitten als ETFs.

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Parallel zum Live-Stream auf YouTube besteht die Möglichkeit, am Zoom-Webinar teilzunehmen.


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