Japanische Tanzwissenschaftlerin und Tanzdramaturgin Dr. Nanako Nakajima übernimmt Valeska-Gert-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin

    -     English
Nanako Nakajima Bildquelle: Kanno Kento.

Nanako Nakajima Bildquelle: Kanno Kento.

Die japanische Tanzwissenschaftlerin und Tanzdramaturgin Dr. Nanako Nakajima übernimmt im Wintersemester 2019/2020 die Valeska-Gert-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin. Sie unterrichtet in diesem Rahmen ein Seminar, in dem sie mit Studierenden eine Berliner Version des Projektes Dance Archive Box erarbeitet. Das Projekt wurde von dem singapurischen Theaterregisseur Ong Keng Sen konzipiert und zunächst in Japan und Singapur mit zeitgenössischen sowie traditionellen Künstlerinnen und Künstlern aus der Region Asien-Pazifik entwickelt. Bei einer öffentlichen Eröffnungsveranstaltung am 22. Oktober stellt Dr. Nanako Nakajima Arbeiten der Dance Archive Box vor und verknüpft diese in einem Gespräch mit Ong Keng Sen mit ihrer Forschung zum alternden Körper im Tanz. Die Veranstaltung findet in der Akademie der Künste statt. Erwartet werden neben Dr. Nanako Nakajima Ong Keng Sen, Professorin Gabriele Brandstetter (Freie Universität Berlin) sowie Nele Hertling (Akademie der Künste). Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt, der Eintritt ist frei.

Nanako Nakajima war von 2014 bis 2015 Forschungsstipendiatin am International Research Center ,,Interweaving Performance Cultures" der Freien Universität Berlin und hat an mehreren Universitäten in Japan als Dozentin gearbeitet. Ihre Forschungsschwerpunkte sind der alternde Körper im Tanz, die Archivierung von Bewegung sowie Tanzdramaturgie. Sie ist eine zertifizierte Expertin für traditionellen japanischen Tanz.

Dance Archive Box wurde von Ong Keng Sen in den Jahren 2013 bis 2015 für die japanische Stiftung Saison Foundation konzipiert und realisiert. Dabei haben sieben zeitgenössische Tanzkünstlerinnen und Tanzkünstler aus Japan ihre auf der Grundlage bestimmter Methoden erstellten Arbeiten archiviert und eine Archivkiste erstellt, die sie an Künstlerinnen und Künstler mit anderem Hintergrund zur Wiederaufführung weitergaben. Die an dem Projekt beteiligten Künstlerinnen und Künstler setzen sich mit Fragen zum zeitgenössischen japanischen Tanz auseinander, der sich vom System familiärer Schulen und des Meister-Schüler-Verhältnisses zur Weitergabe künstlerischer Tradition emanzipiert hat. Auf welche Weise kann ein Tanz von seinem historischen Zeithintergrund getrennt und über die Dance Archive Box allen zugänglich werden? Was bedeutet es, einen Tanz miteinander zu teilen, ohne die Zeit seiner Entstehung geteilt zu haben? Wie rekonstruieren wir wessen Geschichte, und für wen? Welche Tanz-Aspekte der Vergangenheit sollen als ein Archiv für die Zukunft weitergegeben werden?

Studierende der Tanzwissenschaft an der Freien Universität Berlin erhalten nun die Archivkiste mit Dokumenten fremder Tanzbewegung, zum Beispiel Zeichnungen, Zettel, Kostümteile, Tonaufnahmen oder einen Brief. Ziel des Seminars ist es, in dramaturgischer und performativer Auseinandersetzung mit dem Kistenmaterial die Tanzarbeit Dance Archive Box Berlin zu entwickeln und so die Archivierung und Rekonstruktion von Bewegung praktisch zu untersuchen.

Die Valeska-Gert-Gastprofessur ist eine Kooperation des Instituts für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst und der Akademie der Künste.


Diese Website verwendet Cookies und Analysetools, um die Benutzerfreundlichkeit der Website zu verbessern. Weitere informationen. |