Gesund essen - trotz Corona!

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Experten des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der

Experten des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der TUM hinterfragten in einer Studie, ob sich die Ess-, Trink- und Bewegungsgewohnheiten von Kindern seit Beginn der Corona-Pandemie verändert haben. pexels-ponyo-sakana-4193874

Experten des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der TUM hinterfragten in einer Studie, ob sich die Ess-, Trinkund Bewegungsgewohnheiten von Kindern seit Beginn der Corona-Pandemie verändert haben.

Erweiterung des EKFZ: Zusätzlicher Themenschwerpunkt ,,Ernährung im Kindesalter"

Wie haben sich die Ess-, Trinkund Bewegungsgewohnheiten von Kindern seit Beginn der Corona-Pandemie verändert? Diesem Thema haben sich Experten des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der Technischen Universität München (TUM) gewidmet. Rund die Hälfte der zehnbis 14-jährigen Kinder bewegen sich der Studie zufolge weniger. Vor allem die älteren Kinder essen seit dem Lockdown auch mehr Süßes und Salziges. Die Studie markiert den Startpunkt für den neuen Themenschwerpunkt ,,Ernährung im Kindesalter" am EKFZ.

Seit Beginn der Corona-Pandemie essen Kinder mehr Süßigkeiten wie Schokolade, Gummibärchen, Kekse und Eis aber auch Obst. Dies ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die das EKFZ gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat. Vor allem Jungen konsumieren demnach häufiger als vor der Pandemie Knabberartikel (20 Prozent), Süßigkeiten (22 Prozent) und Softdrinks (12 Prozent). Insbesondere zehnbis zwölfjährige Kinder konnten während des Lockdowns süßen (23 Prozent) oder salzigen (28 Prozent) Versuchungen seltener widerstehen.

Das Forschungsteam befragte im September 2020 für die Studie 1.000 Elternteile von Kindern bis 14 Jahren. 38 Prozent geben an, ihr Kind habe sich seit Beginn der Pandemie weniger bewegt. Besonders häufig (57 Prozent) ist dies bei zehnbis 14-Jährigen der Fall. Eine Zunahme des Körpergewichts ist besonders bei zehnbis zwölfjährigen Kindern zu beobachten, wobei Jungen doppelt so häufig (27 Prozent) betroffen sind wie Mädchen (14 Prozent).

,,Wenn Kalorienaufnahme und -verbrauch langfristig auseinanderklaffen, kann dies Übergewicht begünstigen, weshalb die Entwicklung des Körpergewichts von Kindern im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie beobachtet werden sollte", sagt Hans Hauner, Professor für Ernährungsmedizin an der TUM und Direktor des EKFZ. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass in Deutschland mindestens jedes sechste Kind übergewichtig ist und sich der Anteil von Kindern mit Adipositas in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht hat.

,,Unser Lebensstil spielt eine entscheidende Rolle bei ernährungs-mitbedingten Erkrankungen", sagt Heiko Witt, Professor für Pädiatrische Ernährungsmedizin an der TUM. Auch unter Pandemiebedingungen hat die Stoffwechselund Ernährungsforschung neben der Infektiologie eine besondere Bedeutung.

Das EKFZ für Ernährungsmedizin bündelt nun das ernährungsmedizinische Know-how in der Metropolregion München. Im Rahmen einer neuen Kooperation zwischen der TUM und dem Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München unter dem Dach des EKFZ werden in Zukunft aktuelle Fragen der Ernährungsmedizin vertieft erforscht.

Seit Oktober wird das Team des EKFZ durch eine enge Kooperation mit Berthold Koletzko , Else Kröner Senior-Professur (Dr. von Haunersches Kinderspital des LMU Klinikums), verstärkt. In seinen Arbeiten geht es Prof. Koletzko um frühkindliche Risikofaktoren für später entstehendes Übergewicht und Adipositas sowie damit assoziierte Erkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Schlaganfall.

In einem ersten Projekt des Themenschwerpunkts ,,Ernährung im Kindesalter" werden Prof. Hauner und Koletzko gemeinsam Blutproben von schwangeren Frauen mit und ohne Adipositas sowie mit und ohne Schwangerschaftsdiabetes auswerten. Damit ist die Hoffnung verbunden, neue Biomarker für den Schwangerschaftsdiabetes zu finden. Um den Einfluss der Ernährung im zweiten Lebensjahr auf Wachstum und Stoffwechsel des Kindes geht es in einem gemeinsamen Projekt von Witt und Koletzko.

Martin Klingenspor, Professor für Molekulare Ernährungsmedizin an der TUM , untersucht im Rahmen der neuen Kooperation mit Koletzko den Einfluss der Ernährung von werdenden Müttern auf die Fettgewebsentwicklung des Kindes: ,,Die Ernährung der Mutter während Schwangerschaft und Stillzeit beeinflusst die Entwicklung des kindlichen Nervensystems. Diese frühen Einflüsse prägen den Schaltplan für Hunger, Sättigung und Belohnung im Gehirn. Dies führt zu einer lebenslangen Programmierung des Energiehaushalts, also der Regulation von Energieaufnahme, Verbrauch und Speicherung."

Erneut fördert die Else Kröner-Fresenius-Stiftung die ernährungsmedizinische Wissenschaft in der Metropolregion München an den Standorten Freising-Weihenstephan und München. Eine Million Euro fließen in die neue Else Kröner Senior-Professur an der LMU und somit in die Kooperationsprojekte mit dem EKFZ. Das übergeordnete Ziel: Die Aufklärung der breiten Bevölkerung über eine gesunde Ernährung.


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