Gemeinsam die 6G-Zukunft mitgestalten

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München und Dresden bündeln Kräfte

An der Technischen Universität München (TUM) und der Technischen Universität Dresden (TUD) entsteht ein neues Zentrum der 6G-Forschung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert ,,6G-life", das gemeinsame Großprojekt der beiden Exzellenzuniversitäten, mit 70 Millionen Euro. ,,6G-life" soll Technologien für den neuen Mobilfunkstandard entwickeln und einen wichtigen Beitrag zur digitalen Souveränität Deutschlands leisten.

Der künftige Mobilfunkstandard 6G wird eine zentrale Rolle für die digitale Transformation spielen. Um diesen Wandel weltweit mitzugestalten, fördert das BMBF vier sogenannte 6G-Forschungs-Hubs mit insgesamt bis zu 250 Millionen Euro. Im Projekt ,,6G-life" werden TUM und TUD diese Zukunftstechnologie gemeinsam gestalten. An dem mit 70 Millionen Euro geförderten Forschungsvorhaben sind rund 40 Professuren der zwei Exzellenzuniversitäten beteiligt. ,,Damit bauen wir auf dem vom Bayerischen Wirtschaftsministerium an der TUM geförderten 6G Zukunftslabor Bayern auf und bündeln unsere Kräfte mit denen der TUD", sagt Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM. ,,Gemeinsam wollen wir den künftigen Mobilfunk mitgestalten."

Bei 6G stehen der Mensch und seine Kommunikation und Interaktion mit Maschinen und virtuellen Welten im Mittelpunkt. ,,6G-life" widmet sich besonders zwei Anwendungsfeldern, die an der TUM bereits in zahlreichen hochkarätigen Projekten erforscht werden: Industrie 4.0 und digitale Medizin. Beides sind Schwerpunktthemen der Munich School of Robotics and Machine Intelligence (MSRM) an der TUM, die im ,,6G-life"-Projekt eine tragende Rolle spielen wird.

Insbesondere sollen vier Schlüsselthemen bearbeitet werden: Latenz (Verzögerung - wie wird die Kommunikation noch schneller?), Resilienz (Wie lässt sich die Ausfallsicherheit maximieren?), Sicherheit (Wie lassen sich Privatsphäre schützen und Angriffe abwehren?) und Nachhaltigkeit (Wie lässt sich der hohe Energiebedarf der digitalen Kommunikation entscheidend reduzieren?). Die Anforderungen für 6G bringen technische Herausforderungen mit sich, die nur durch neue theoretische Ansätze zu bewältigen sind. Daher ist die Grundlagenforschung, etwa in der Informationstheorie, ein wichtiger Baustein des Projekts.

In Deutschland und Europa wächst die Sorge, im Bereich der digitalen Technologien zu stark von ausländischen Unternehmen abhängig zu sein. ,,6G-life" soll daher den digitalen Wandel aktiv mitgestalten. Das Projekt will Schlüsseltechnologien entwickeln und in Zusammenarbeit mit Technologieunternehmen und Netzbetreibern Forschungsergebnisse in die weltweite Standardisierung von 6G einfließen lassen.

Wie aus allen neuen Technologien ergeben sich auch aus 6G wichtige Fragen für unsere Gesellschaft. Deswegen bezieht das Projekt Geistesund Sozialwissenschaften in die Forschung ein, um ethische Fragen zu adressieren und Bedenken angemessen begegnen zu können.

,,6G-life" setzt gezielt auf die Innovationskraft von Start-ups: 10 Millionen Euro sind für die Unterstützung von jungen Unternehmen vorgesehen. Mindestens zehn Unternehmen sollen damit in den nächsten vier Jahren neu gegründet werden, zahlreiche bestehende Start-ups in dem Bereich gefördert werden. Auch hierfür bestehen an der TUM beste Voraussetzungen: Jedes Jahr werden an der TUM rund 80 technologieorientierte Unternehmen gegründet. TUM und UnternehmerTUM, das Zentrum für Innovation und Gründung, unterstützen Start-ups mit Programmen, die exakt auf die einzelnen Phasen der Gründung zugeschnitten sind. Eine tragende Rolle für ,,6G-life" sollen die TUM Venture Labs spielen, eine europaweit einmalige Initiative für Unternehmensgründungen aus der Forschung. Die Venture Labs bieten Gründerinnen und Gründern ein umfassendes Ökosystem, darunter eine technische Infrastruktur, Fortbildungen und hochkarätige Expertise und Unterstützung aus Unternehmen und Wissenschaft.


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