Frank Glorius erhält Preis für Katalyseforschung

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Druckgefäß (Autoklav) zur Durchführung einer Hydrierung © Frank Glorius

Druckgefäß (Autoklav) zur Durchführung einer Hydrierung © Frank Glorius

Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Katalysewissenschaften hat der Chemiker Frank Glorius vom Organisch-Chemischen Institut der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) den „Mitsui Chemicals Catalysis Science Award 2020“ erhalten. Der mit fünf Millionen Yen (knapp 41.000 Euro) dotierte Preis wird alle zwei Jahre an herausragende Chemikerinnen und Chemiker unter 47 Jahren vergeben. In diesem Jahr steht er unter dem Oberthema Nachhaltigkeit, um die Aufmerksamkeit auf soziale Probleme wie den Umgang mit Kunststoffabfällen zu lenken - eine Herausforderung, zu deren Bewältigung auch die Chemieindustrie beitragen kann.

Mitsui Chemicals ist ein japanisches Chemieunternehmen, das die Auszeichnung 2004 ins Leben gerufen hat. Eine Auswahljury aus wissenschaftlichen Weltklasse-Experten der Katalysewissenschaft und einem Vertreter von Mitsui Chemicals kürte die diesjährigen Gewinner des Hauptpreises und zwei weiterer Preise.

Die Jury würdigte Frank Glorius vor allem für die Entwicklung sogenannter chemound enantioselektiver Aromaten-Hydrierungen und zusätzlicher Instrumente, um Syntheseverfahren verbessern. Hintergrund: Bei der Aromaten-Hydrierung wandelt seine Forschergruppe gut verfügbare flache und aromatische Moleküle durch die Übertragung von Wasserstoff („Hydrierung“) in gesättigte 3D-Moleküle um. Eine der Herausforderungen dabei ist es, Katalysatoren und Bedingungen zu finden, die reaktiv genug sind. Darüber hinaus gilt es aber auch, Probleme der Selektivität zu lösen - beides ist den Chemikern um Frank Glorius in den vergangenen Jahren gelungen.

„Darüber hinaus hat Frank Glorius bemerkenswerte Erfolge bei der Entwicklung von Katalysatoren für die Aktivierung von C’H-Bindungen erzielt und auch Photokatalysatoren und Organokatalysatoren entwickelt", urteilte die Jury. "In jüngster Zeit war er erfolgreich mit Methoden zur intelligenten Datenerzeugung und zum maschinellen Lernen. Diese weitreichenden Studien haben wesentlich zur Entwicklung der Katalysewissenschaft beigetragen.“

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