Europäischer Forschungsrat fördert Kognitionswissenschaftler Radoslaw Martin Cichy erneut

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Radoslaw Martin Cichy mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet worden Bild
Radoslaw Martin Cichy mit einem ERC Consolidator Grant ausgezeichnet worden Bildquelle: privat

ERC Consolidator Grant von rund 2,3 Millionen Euro für Hirnforscher der Freien Universität Berlin

Der Europäische Forschungsrat (ERC) unterstützt ein neues Forschungsprojekt des Kognitionswissenschaftlers Radoslaw Martin Cichy mit einem ERC Consolidator Grant. Für sein auf fünf Jahre angelegtes Forschungsprojekt ,,A theory and model of the neural transformations mediating human object perception" (TRANSFORM) erhält der Wissenschaftler der Freien Universität Berlin rund 2,3 Millionen Euro. Das Projekt will die Verarbeitung und Umwandlung von visuellen Informationen im Gehirn aufklären und analysieren, wie das menschliche Sehen entsteht. Der Neurowissenschaftler hatte bereits 2018 vom Europäischen Forschungsrat einen ERC Starting Grant erhalten.

Innerhalb eines Wimpernschlags verwandelt das menschliche Gehirn die Photonen, die auf die Netzhaut treffen, in eine detailreiche Wahrnehmung der Welt. Diese Welt besteht aus alltäglichen Objekten, wie zum Beispiel Tischen, Stühlen oder Tassen, und indem wir wissen, was die Objekte sind und wie sie uns erscheinen, verstehen wir die Bedeutung der Welt um uns herum. Doch trotz intensiver Forschung blieb bislang unklar, wie die Transformationen im Gehirn ablaufen, die die Wahrnehmung von Objekten Überhaupt erst möglich machen. ,,Ziel von TRANSFORM ist es, eine bessere Theorie der Verarbeitung visueller Information im Gehirn, wir nennen das Transformationen, zu entwickeln, die dem Sehen zugrunde liegenden", sagt Radoslaw Martin Cichy. Darauf aufbauend soll geklärt werden, wie diese Transformationen Verhalten steuern. ,,Besonders spannend wird die Aufklärung der Entwicklung der Transformationen vom Säuglingsbis zum Erwachsenenalter sein. Dies anzugehen ist uns durch die Forschung der letzten Jahre Überhaupt erst möglich geworden", sagt Radoslaw Martin Cichy. Um diese Ziele zu erreichen, wird das Forschungsteam um Radoslaw Martin Cichy eine interdisziplinäre Strategie anwenden, die Psychologie, Neurowissenschaften und Computerwissenschaften verbindet.

Radoslaw Martin Cichy ist seit 2020 an der Freien Universität Berlin Professor für Neurokognitive und experimentelle Psychologie. Zudem ist er Leiter des Center for Cognitive Neuroscience Berlin an der Freien Universität Berlin. Ursprünglich hatte Radoslaw Martin Cichy Kognitionswissenschaften an der Universität Osnabrück. Nach einem Auslandsaufenthalt an der Universität Oxford (Philosophie) studierte er medizinische Neurowissenschatten an der Berliner Charité, und promovierte hierauf an der Humboldt Universität und dem Bernstein Center for Computational Neuroscience in Psychologie. Nach einem Forschungsaufenthalt am Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL) am Massachusetts Institute of Technology (MIT) kehrte er nach Berlin an die Freie Universität zurück. (cxm)

Das wissenschaftliche Ethos der Freien Universität Berlin wird seit ihrer Gründung im Dezember 1948 von drei Werten bestimmt: Wahrheit, Gerechtigkeit und Freiheit.