Europäische Ingenieurausbildung der Zukunft

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An der TUM wird lebenslanges Lernen möglich sein.    Matthias Kestel / TUM

An der TUM wird lebenslanges Lernen möglich sein. Matthias Kestel / TUM

EuroTech Universities Alliance: Verantwortung für die nächste Generation

Eine Allianz führender Technischer Universitäten Europas startet ein länderübergreifendes Studienprogramm, um gemeinsam die Ingenieurausbildung der Zukunft zu gestalten. Der ,,EuroTeQ Engineering Campus" wird nicht nur den Studierenden der Partneruniversitäten offenstehen, sondern auch lebenslanges Lernen für Ingenieurinnen und Ingenieure der Praxis ermöglichen. Durch eine neuartige Einbindung von zentralen Akteuren des ingenieurwissenschaftlichen Fortschritts sowie von gesellschaftsrelevanten Aspekten wird die Ausbildung im Sinne eines human-centered Engineerings ausgerichtet.

Die EU fördert das Projekt im Rahmen ihres Programms ,,European Universities" in den kommenden drei Jahren mit rund fünf Millionen Euro. Die Initiative geht aus der EuroTech Universities Alliance hervor: Dänemarks Technische Universität (DTU), die École Polytechnique (L’X), die Technische Universität Eindhoven (TU/e) und die Technische Universität München (TUM) haben zwei weitere starke Partner mit an Bord genommen: die Technische Universität Tallinn (TalTech) und die Technische Universität in Prag (CTU). In das Programm integriert werden zudem die EuroTech-Mitglieder, die nicht in der EU lokalisiert sind, die Ecole polytechnique fédérale de Lausanne (EPFL) und das Technion - Israel Institute of Technology.

Die Partner werden über Disziplinen, Ländergrenzen und Institutionen hinweg ein gemeinsames, zukunftsfähiges ingenieurwissenschaftliches Studienprogramm aufbauen, dessen Studieninhalte weit über die Betrachtung einzelner Technologien hinausreichen. Ziel der Allianz ist es, Technologieentwicklungen in einer neuen Weise ganzheitlich zu betrachten. ,,Mobilität kann heute nicht ohne Berücksichtigung ihrer Klimafolgen gedacht werden, Robotik und Künstliche Intelligenz können nicht ohne Vertrauen der Menschen erfolgreich sein", sagt Thomas F. Hofmann, Präsident der TUM, der das Projekt koordiniert. ,,Eine moderne Ingenieursausbildung muss den Studierenden neben fachlichem Tiefgang einen erweiterten Bildungshorizont, eine unternehmerische Geisteshaltung und gesellschaftspolitisches Gespür mit auf den Weg geben."

Um dieses Verständnis europaweit zu fördern, werden die Studiengänge nicht nur den Studierenden der Partner angeboten. Sie werden auch Interessierten offenstehen, die bislang keinen akademischen Abschluss haben, aber in den Wertschöpfungsund Kommunikationsprozessen wichtige Rollen spielen. Innerhalb des Programms wird man mit individuell gestaltbaren Studienplänen und neuen digitalen Formaten ausgebildet und sich im Sinne eines Life-Long-Learnings kontinuierlich fortbilden können.

Darüber hinaus wird die Allianz ihre Studierenden mit Auszubildenden technischer Berufe sowie einer Vielzahl an Akteuren aus Industrie, Verbänden und verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen zusammenbringen, um die konkreten Herausforderungen im 21.Jahrhundert auszuloten und gemeinsam Lösungsansätze zu projektieren. Schon jetzt unterstützen 45 Kooperationspartner das Projekt. So wird der ,,EuroTeQ Engineering Campus" zugleich umfassende Erkenntnisse der unterschiedlichen Qualifikationsstrukturen innerhalb Europas und der Bedürfnisse der jungen Generation erlangen, die wiederum in die Gestaltung der Lehre aller Universitäten einfließen können.

,,Wir bauen über die Grenzen von Ländern, Altersstufen und sozialen Gruppen hinweg ein wahrhaft offenes Universitätsprogramm als Pionier für die europäische Akademia im Gesamten", sagt TUM-Präsident Hofmann. ,,Sie wird verantwortungsvoll handelnde Ingenieurinnen und Ingenieure hervorbringen und im gegenseitigen Verständnis eine gesellschaftlich akzeptierte und nachhaltige Entwicklung neuer Technologien ermöglichen."

Die European Universities Initiative, die auf den französischen Präsidenten Emmanuel Macron zurückgeht, ist eine der Prestigeausschreibungen der Europäischen Kommission. Ziel des Förderinstruments ist es, in den nächsten Jahren ambitionierte europäische Universitätsallianzen aufzubauen, die die europäische Hochschullandschaft im scharfen Wettbewerb mit den USA und Asien noch stärker machen.


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