EM-Prognose: Frankreich wird Europameister

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Die aufgrund der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschobeneEM 2020 beginnt heute.

Die aufgrund der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschobeneEM 2020 beginnt heute. Bild: Pexels.de / Juan Salamanca

Umfangreiche statistische Modellierung mit Hilfe von maschinellem Lernen

Heute beginnt die Europameisterschaft 2020, die aufgrund der COVID-19-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde. Der (statistische) Favorit ist diesmal Frankreich mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 14,8 Prozent. Das hat ein internationales Forschungsteam der Technischen Universität München, der Technischen Universität Dortmund, der Universität Innsbruck und der Hochschule Molde (Norwegen) mit Hilfe von maschinellem Lernen ermittelt.

Um zu ermitteln, welche Mannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft 2020 die höchste Chance auf den Sieg hat, simulierte ein internationales Forschungsteam das gesamte Turnier mit zufällig durch das Modell erzeugten Spielergebnissen 100.000-mal durch, und zwar Spiel für Spiel, der Turnierauslosung und allen UEFA-Regeln folgend.

Die Prognose kombiniert dabei mehrere statistische Modelle für die Spielstärken der Teams mit Informationen über die Team-Struktur (etwa Marktwert, Anzahl Champions-League-Spieler, Vereinsspiel-Performance einzelner Spieler) sowie sozioökonomische Faktoren des Herkunftslandes (Bevölkerung und Bruttoinlandsprodukt).

Aus diesen Faktoren ergeben sich Wahrscheinlichkeiten für das Weiterkommen aller Teams in den einzelnen Turnierrunden und letztendlich für den EM-Sieg. Favorit ist diesmal Frankreich mit einer Gewinnwahrscheinlichkeit von 14,8 Prozent, gefolgt von England (13,5) und Spanien (12,3).

Das Turnier ist natürlich dennoch nicht gelaufen - das zeigen auch die relativ knappen Abstände bei den Gewinnwahrscheinlichkeiten an der Spitze, außerdem natürlich die ohnehin niedrige Wahrscheinlichkeit selbst bei den Top-Nationen.

Bisher waren die Prognosen aber durchaus erfolgreich: Das Modell von Achim Zeileis, Universität Innsbruck, das auf bereinigten Quoten der Wettanbieter basiert, konnte unter anderem bereits 2008 das EURO-Finale sowie 2010 und 2012 Weltund Europameister Spanien richtig vorhersehen.

Dieses Jahr wird es als Teil des umfassenderen kombinierten Modells eingesetzt, das von den Teams um Dr. Gunther Schauberger , Mitarbeiter von Stefanie Klug , Professorin für Epidemiologie an der TU München, Prof. Andreas Groll (TU Dortmund) und Christophe Ley (Universität Gent) entwickelt wurde und das bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 sogar die Prognosegüte der Wettanbieter Übertroffen hatte.

,,Ich bin seit 2014 in diese Simulierungen vor großen Turnieren wie der Europaoder Weltmeisterschaft der Herren oder auch der Frauen-Weltmeisterschaft 2019 involviert", erklärt Schauberger. ,,Wir haben uns im Laufe der Zeit auf der statistischen Seite stetig verbessert und konnten immer mehr neue Informationen und Methoden hinzufügen."

In der deutschen Gruppe sieht die Prognose sowohl für Deutschland als auch für Portugal eine Wahrscheinlichkeit von 85,3 Prozent, es ins Achtelfinale zu schaffen. Für Frankreich liegt diese Wahrscheinlichkeit etwas höher bei 89,7 Prozent. Dass Deutschland Europameister wird, ist mit 10,1 Prozent deutlich unwahrscheinlicher als bei den Favoriten. Mit diesem Wert liegt Deutschland aber gleichauf mit Portugal.

,,Basierend auf den soliden statistischen Modellierungen wird es wirklich sehr spannend zu sehen, ob die Prognosen so eintreffen und wie die EM 2020 am Ende ausgeht", so Prof. Klug. ,,Ich hoffe natürlich, dass sich die Statistik irrt und Deutschland Europameister wird!"


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