Ein Blick in die Zukunft der Tierhaltung

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NewIn: Mariana Rufino
NewIn: Mariana Rufino


NewIn: Mariana Rufino

Mariana Rufino hat schon in den verschiedensten Regionen der Welt zu agrarwirtschaftlichen Themen geforscht. Nun leitet sie den Lehrstuhl für Livestock Systems der TUM und beschäftigt sich dort mit alternativen Zukunftsperspektiven für Tierhaltungssysteme. Die internationalen Erfahrungen helfen ihr dabei, die komplexen Fragestellungen des Fachgebiets umfassend zu betrachten und kreativ zu lösen.

Nach ihrem Studium in Argentinien und einer Promotion in den Niederlanden, ging Mariana Rufino für ein Forschungsprojekt nach Kenia ,,Dort habe ich gesehen, dass man mit agrarwirtschaftlicher Forschung viel zum Positiven ändern kann. Seither wusste ich, dass ich in der Forschung bleiben will", sagt sie. Es folgen weitere Stationen in Kenia, den Niederlanden und Großbritannien, bevor sie 2023 an die TUM wechselte. Durch die internationalen Erfahrungen ist sie Überzeugt: Diverse Teams haben originelle Ansätze, die beim Lösen komplexer Probleme benötigt werden. Daher ist ihr Team an der TUM vielfältig aufgestellt. ,,Dies bereichert unsere Diskussionen und bietet Lösungen für Herausforderungen in der Forschung", sagt Rufino.

Nutztiersysteme neu denken

An der TUM beschäftigt sich Mariana Rufino mit Nutztiersystemen. Sie vergleicht die Systeme in Afrika, Europa und Lateinamerika, um mehr über deren Vorund Nachteile zu erfahren. Dabei untersucht sie auch bisher wenig erforschte Regionen, in denen große Wissenslücken bestehen, beispielsweise Ostafrika. Der Fokus liegt auf Wiederkäuern, vor allem auf Rindern, Schafen und Ziegen. Umweltaspekte der Viehzucht sind ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Forschung. Dazu gehören beispielsweise die Abholzung von Wäldern, Veränderungen in den Nährstoffkreisläufen einschließlich Treibhausgasen und Veränderungen in Oberflächengewässern.

,,Der Nutztiersektor steht oft im Fokus - und das nicht im positiven Sinne", so die Forscherin. ,,Wir müssen den Wert, den wir tierischen Produkten geben, neu bemessen und die Diversität in der Produktion aber auch im Konsum fördern", sagt sie. Ausgewogene und verlässliche Folgenabschätzungen könnten ihrer Meinung nach dazu beitragen, die Diskussionen in eine konstruktive Richtung zu lenken. Ihr Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse zu sammeln, um damit Entscheidungen in Politik und Praxis zu unterstützen.

Mit digitalen Tools in die Zukunft blicken

Derzeit arbeitet Mariana Rufino daran, Möglichkeiten zu identifizieren, mit denen die umfassenden digitalen Daten, beispielsweise aus Umweltsensoren und modernsten Computertechnologien, nutzbar werden. ,,Die rapide Weiterentwicklung dieses Feldes gibt uns die Möglichkeit, Hypothesen schneller zu testen, als wir es mit traditionellen Versuchsmethoden jemals konnten", so Rufino. Sie denkt beispielsweise an Sensoren, die erfassen können, wo Nutztiere weiden, was sie fressen und wie sich ihre Aktivitäten auf die Umwelt auswirken. Diese Forschung kann dazu beitragen, Vorhersagen darüber zu treffen, wie Tiere in verschiedenen Umgebungen agieren und wie die Umwelt durch sie beeinflusst wird. Dies hat sowohl wirtschaftliche als auch Ökologische Auswirkungen und trägt dazu bei, wichtige Fragen zur zukünftigen Landbewirtschaftung zu beantworten.