Dynamics of Interweaving Performance Cultures

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Abschlusskonferenz des Internationalen Forschungskollegs ,,Verflechtungen von Theaterkulturen" vom 21. bis 24. Juni 2018 an der Akademie der Künste Berlin

Mit einer internationalen Konferenz vom 21. bis 24. Juni beendet das Forschungskolleg ,,Verflechtungen von Theaterkulturen" der Freien Universität Berlin seine erfolgreiche zehnjährige Arbeit. Im Zentrum der Tagung, die in Kooperation mit der Akademie der Künste stattfindet, stehen die Themen Wissensgenerierung und Erkenntnistheorie. Dabei diskutieren namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, auf welche Weise Verflechtungsprozesse zwischen Theaterkulturen Wissen hervorbringen. Es geht um Wissen, das nicht nur für das Theater selbst relevant ist, sondern häufig auch in andere kulturelle Kontexte hineinwirkt. Erörtert werden Fragen, wie die global existierende Vielfalt theaterbezogener Wissenssysteme und -theorien untersucht, gefördert und durch ,,epistemische Verflechtung" für die Forschung fruchtbar gemacht werden kann. Eröffnet wird die Konferenz am 21. Juni im Plenarsaal der Akademie der Künste am Pariser Platz mit einem Vortrag des bedeutenden Literaturwissenschaftlers und Kulturtheoretikers Homi K. Bhabha. Er spricht zum Thema ,,Dignity in Extremis. The Ethics and Epistemology of Displacement" (Würde in extremster Form. Die Ethik und Epistemologie der Verdrängung"). Dieser und alle anderen Vorträge finden in englischer Sprache statt. Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei. Wegen Platzbeschränkung ist für die Teilnahme eine Reservierung erforderlich. Organisiert wird die Tagung von der renommierten Theaterwissenschaftlerin Erika Fischer-Lichte in ihrer Funktion als Direktorin des Kollegs.

Weitere Impulsvorträge halten der argentinische Literaturwissenschaftler Walter Mignolo und der kenianische Schriftsteller und Kulturwissenschaftler Ng’g? wa Thiong’o. Die übergreifenden Themen der Wissensgenerierung und Erkenntnistheorie werden in verschiedenen Panels und Workshops behandelt. So wird beispielsweise gefragt, ob und wie Verflechtungen zwischen Theaterkulturen neues Wissen hervorbringen (Generating Knowledge). Es geht zudem darum, wie kulturell divergierende, theaterbezogene Wissenssysteme und Erkenntnistheorien von Forscherinnen und Forschern erfasst und methodisch miteinander verflochten werden können (Epistemologies of Performance Cultures). Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erörtern, weshalb theatrale Verflechtungsprozesse in historischen Narrativen zum Teil marginalisiert oder gar völlig vernachlässigt werden (Forgotten Futures). Im Panel Fears of Interweaving werden schließlich die Grundlagen von Widerständen gegen kulturelle Verflechtungen untersucht. Erika Fischer-Lichte ist überzeugt: ,,Alle Fragen der Konferenz sind von aktueller Dringlichkeit. Denn sie verlangen eine Analyse der Ursachen und Folgen von Ängsten vor kultureller Ausbeutung, Abwertung, Exotisierung und nicht zuletzt vor dem Fremden selbst."

Die Konferenz führt noch einmal eine große Zahl von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammen, die innerhalb der vergangenen zehn Jahre Gäste des Internationalen Forschungskollegs gewesen sind und mit ihren Forschungsarbeiten die Diskussion bestimmt und gestaltet haben. Sie zielt darauf ab, übergreifende Themen zu identifizieren und der internationalen Theaterforschung weiterführende Impulse zu geben.

Das Internationale Forschungskolleg ,,Verflechtungen von Theaterkulturen" wurde im Jahr 2008 als eines der ersten drei Käte-Hamburger-Kollegs an der Freien Universität Berlin gegründet. Es wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Initiative ,,Freiraum für die Geisteswissenschaften" gefördert, um eine Schwerpunktsetzung in den Geistes-, Kultur-, und Sozialwissenschaften vorzunehmen. Über 120 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler aus über 30 Ländern konnten sich so mittels individueller Fallstudien einem komplett neuen Forschungsfeld widmen. Gefragt wurde: Auf welche Weise begegnen sich im Theater Menschen, Traditionen und Kulturen? Wie treffen sie aufeinander, wie interagieren sie, und wie verändern sie sich durch solche Begegnungen? Dem Direktorium der Einrichtung gehören an: Dr. h. c. Erika Fischer-Lichte, Gabriele Brandstetter, Dr. Christel Weiler und Matthias Warstat.


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