Die Liebe, der Glaube und das Göttliche

Das muslimische Glaubensbekenntnis (obere Zeile) mit dem Namen des Propheten wir

Das muslimische Glaubensbekenntnis (obere Zeile) mit dem Namen des Propheten wird gezeigt. Bild: Kristin Purfürst/Uni Jena

,,Mann und Frau sollen einander wie ein Kleid sein, er ist das Kleid für sie, sie ist das Kleid für ihn", so Vers 187 in Kapitel 2 des Korans. Welchen Stellenwert hat die Liebe in den großen Weltreligionen? Was sagen Buddhismus, Hinduismus, Christentum, Islam und Judentum über das Verhältnis von Mann und Frau und über die Liebe der Menschen zum Göttlichen? Fragen wie diesen spürt Dr. Bertram Schmitz von der Universität Jena mit der Ausstellung ,,Liebes­vorstellungen in fünf Religionen und drei Relationen" nach, die von Montag (24. Januar) an in der Jenaer Stadtkirche ,,St. Michael" gezeigt wird.

,,Wir visualisieren in der Schau das Wesentliche, das die fünf großen Religionen über die Liebe sagen", konstatiert Bertram Schmitz. Der Religionswissenschaftler von der Friedrich-Schiller-Universität fügt hinzu, es gehe nicht nur um die Liebe zwischen Mann und Frau, son­dern um drei Dimensionen der Liebe: von Mensch zu Mensch, zwischen Mensch und dem Göttlichen und innerhalb des Göttlichen. Dabei liege der Fokus der Schau auf symbolhaften Darstellungen, also vornehmlich Postern und Objekten, hingegen seien erklärende Texte sparsam eingesetzt.  

Ein niedrigschwelliges Angebot für Schülerinnen und Schüler

Die Weltreligionen beziehen Stellung zu Fragen von Liebe und Sexualität, setzen dabei aber durchaus unterschiedliche Akzente. Im Christentum ist die Rede davon, dass Mann und Frau ,,ein Leib werden", bei den Juden heißt es, die Menschen seien in zwei Hälften geteilt, auf dass sie einander wiederfinden, der Gott Krishna tanzt mit dem Hirtenmädchen Radha und zugleich spiegeln sich in diesem Tanz die Seelen aller Menschen, die sich dem Gott hinge­ben. Solche religiösen Bilder haben Bertram Schmitz und seine Mitarbeiterinnen Viktoria Pietsch und Katharina Klemm in Poster Übersetzt. Diese bildlichen Darstellungen werden in der Stadtkirche durch Objekte ergänzt, etwa Buddha-Skulpturen oder eine Klangschale. Bewusst sei die Schau als niedrigschwelliges Angebot gestaltet, betont Kristin Purfürst, die für Organisatorisches zuständig ist: ,,Die Ausstellung ist auch für Schülerinnen und Schüler gut geeignet!"

Zweite Schau über ,,Das Zentrum in den Weltreligionen"

Zeitgleich mit der Ausstellung ,,Liebesvorstellungen in fünf Religionen und drei Relationen" zeigen Prof. Schmitz und seine Mitarbeiterinnen in der Stadtkirche die Schau ,,Das Zentrum in den Weltreligionen". Auch in dieser Ausstellung konzentrieren sich die Objekte auf den Kern der Glaubensgemeinschaften. Ins Bildhafte Übersetzt dargestellt werden die heilige Schrift­rolle der Juden, das Selbstopfer Jesu Christi, der Klang und die Rezitation bei den Muslimen, der Buddha als Zeichen der Erleuchtung und ein tanzender Shiva, der im Hinduismus den Tanz der Polaritäten symbolisiert.

,,Wir wollen Erkenntnisse der Religionswissenschaft bildlich darstellen und dem Betrachter einen einfachen Zugang ermöglichen", sagt Schmitz. In der atmosphärisch dichten Schau seien Vorkenntnisse nicht erforderlich, die Exponate sprechen für sich.

Gezeigt werden die beiden Ausstellungen in der Jenaer Stadtkirche ,,St. Michael" bis Ende Februar zu den Öffnungszeiten des Gotteshauses. Der Eintritt ist frei. 


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