Choreografin Mette Ingvartsen an der Freien Universität

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Die Tänzerin und Choreografin Mette Ingvartsen Quelle: Danny Willems

Die Tänzerin und Choreografin Mette Ingvartsen Quelle: Danny Willems

Die dänische Choreografin Mette Ingvartsen hat im Sommersemester 2017 die Valeska-Gert-Gastprofessur inne / Eröffnungsveranstaltung am 24. April 2017

Die dänische Tänzerin und Choreografin Mette Ingvartsen übernimmt im Sommersemester 2017 die Valeska-Gert-Gastprofessur an der Freien Universität Berlin. In einem Gespräch mit Gabriele Brandstetter von der Freien Universität und Clémentine Deliss vom Wissenschaftskolleg Berlin gibt Mette Ingvartsen am 24. April 2017 in der Akademie der Künste Einblicke in ihre künstlerische Arbeit und Entwicklung; sie stellt dabei auch ihre Pläne für die Arbeit mit den Studierenden der Tanzwissenschaften vor. Das Gespräch wird in englischer Sprache geführt. Die Abschlusspräsentation des Projekts findet als mehrstündige Langzeit-Performance am 30. Juni 2017 am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin statt. Beide Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt frei.

Im Sommersemester erarbeitet Mette Ingvartsen mit Studierenden des Masterstudiengangs Tanzwissenschaft der Freien Universität Berlin das Projekt Viscous Environments (zähflüssige Umgebungen). ‘Ich möchte mit den Studierenden darüber nachdenken, wie sich aus Körpern und mitagierenden nichtmenschlichen Performern ein sogenanntes durational environment, eine Mischung aus Installation und Langzeit-Performance schaffen lässt’, erklärt Mette Ingvartsen. Damit würden zwei ihrer Forschungsstränge der letzten Jahre zusammenführen: Zum einen die Frage, wie Objekte, Themen und Materialien zu Handlungsträgern eines performativen Ausdrucks werden können und zum anderen, wie sich Sexualität weniger als privates denn als soziales und politisches Thema verstehen lässt.

Mette Ingvartsen studierte Tanz und Choreografie an der P.A.R.T.S Schule in Brüssel. Ihre erste Performance Manual Focus (2003) fand 2003 statt. Seitdem initiierte sie verschiedene Forschungsprojekte und erarbeitete zahlreiche Performances, darunter 50/50 (2004), to come (2005), Why We Love Action (2006), It’s in the Air (2008), GIANT CITY (2009) und All the way out there... (2011). Entscheidend für einen Großteil ihrer Werke waren Fragen der Kinästhesie, Wahrnehmung, Wirkung und Empfindung. In jüngeren Arbeiten begreift sie Choreografie stärker als erweiterte Praxis: Beginnend mit evaporated landscapes (verdunstete Landschaften) 2009, einer Performance für Schaum, Nebel, Licht und Geräusch, hat dieses Interesse zu einer Serie von Arbeiten geführt, in der Mette Ingvartsen Choreografie auf nicht-menschliche Materialien ausweitet. ‘Aus flüchtigen Materialien wie Licht, Klängen, Blasen und Schaum werden in der Performance Landschaften unterschiedlicher Art gestaltet. Manche dieser künstlichen Landschaften erinnern an die Natur, wie wir sie aus einer früheren Zeit kennen, andere an futuristische Fantasien’, heißt es in der Beschreibung auf den Seiten des Berliner HAU - Hebbel am Ufer, wo die Performance im Februar zu sehen war. Ab Sommer dieses Jahres wird Mette Ingvartsen an der Berliner Volksbühne als Teil des künstlerischen Teams des neuen Intendanten Chris Dercon arbeiten.

Die Valeska-Gert-Gastprofessur ist eine Kooperation zwischen der Freien Universität mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und der Akademie der Künste.


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